„Maischberger“ zur Linkspartei
„Was der Verfassungsschutz sagt, ist mir herzlich egal“
30.09.2026 – 03:18 UhrLesedauer: 4 Min.
Bei „Maischberger“ redet Ex-Linken-Chef van Aken alle Vorwürfe an seine Partei klein. Nur eine Spitze des Literaturkritikers Denis Scheck bringt ihn aus der Fassung.
Antisemitismus-Vorwürfe, Kontakte eines Neuköllner Bundestagsabgeordneten in die Organisierte Kriminalität und umstrittene Enteignungspläne: Seit die Linke als Siegerin aus der Berliner Abgeordnetenhauswahl hervorgegangen ist, wird viel über die Koalitions- und Regierungsfähigkeit der Partei und ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp in der Hauptstadt diskutiert.
Der ehemalige Linken-Bundesvorsitzende, Jan van Aken, war sich am Dienstagabend in der ARD-Talkshow „Maischberger“ sicher, den wahren Grund dafür zu kennen, dass gegenwärtig „aus allen Rohren“ auf seine Partei geschossen werde. „Die CDU, die Immobilienlobby, die Extremreichen – die wollen verhindern, dass die Linke regiert“, erklärte der Bundestagsabgeordnete. Man wolle sich stattdessen weiter an den Mieten der Bürger dumm und dämlich verdienen.
Auch sonst bügelte van Aken praktisch alle Vorwürfe ab oder spielte sie herunter. Nur auf ein geflügeltes Wort des Literaturkritikers Denis Scheck reagierte er auffällig gereizt. Der setzte dann gleich noch einen drauf.
Gäste:
- Jan van Aken (Die Linke), Bundestagsabgeordneter
- Peter Neumann, Politikwissenschaftler
- Frederik Pleitgen, CNN-Korrespondent
- Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin
- Denis Scheck, Literaturkritiker
- Michael Bröcker, Chefredakteur „Table.Briefings“
Scheck, der als Mitglied des dreiköpfigen Kommentatoren-Panels eingeladen war, hatte in van Akens Abwesenheit die Immobilienpläne der Linken als „Rattenfängerei“ bezeichnet und der Partei massiven Antisemitismus attestiert. Seine mahnenden Worte an SPD und Grüne, mit denen die Linke in Berlin eine Koalition anstrebt, lautete daher: „Wer sich mit Hunden zu Bett legt, der braucht sich nicht wundern, wenn er morgens mit Flöhen aufwacht.“
„Politische Gegner als Hunde zu bezeichnen, das ist unter jeder Gürtellinie. Das geht überhaupt nicht“, protestierte van Aken später in der Sendung gegen die von Scheck auf seine Partei gemünzte Redewendung. Der Literaturexperte fühlte sich daraufhin zu einer ironischen Entschuldigung eingeladen. „Es tut mir leid. Ich hätte die Linke niemals mit einem Hund vergleichen dürfen, sondern gleich von einem Floh reden müssen“, entgegnete er, bevor die Moderatorin den Streit für beendet erklärte.
Politologe zählt Entgleisungen auf
Der Extremismusforscher Peter Neumann konzentrierte sich im Gespräch mit van Aken darauf, konkrete Grenzüberschreitungen linker Politiker zu einem kritischen Gesamtbild zusammenfügen. Wenn etwa im Berliner Bezirk Neukölln Repräsentanten terroristischer pro-palästinensischer Organisationen aufträten, habe das nichts mehr mit berechtigter Kritik an der israelischen Regierung zu tun. „Da stellt man sich dann auf die Seite von Leuten, die erstens gewalttätig sind und zweitens Israel vernichten wollen“, fasste der Politologe zusammen.
