Bitteres Erwachen
Camping 2026: Der Billig-Urlaub ist Geschichte
22.03.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Urlaub im Zelt oder Wohnmobil ist beliebt wie nie. Doch wer im Sommer einen Stellplatz an der Nordsee oder am Bodensee ergattern will, muss jetzt buchen. Und ein ausreichendes Budget einplanen.
Camping hat sich in Deutschland von der Nische zur festen Größe im Tourismus entwickelt. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Mit rund 42,9 Millionen Übernachtungen liegt die Branche etwa 20 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Die Folgen des Booms sind für Reisende deutlich spürbar: Die einst typische Spontanität schwindet.
Mittlerweile entfällt jede elfte touristische Übernachtung in Deutschland auf einen Campingplatz. In beliebten Regionen wie der Nord- und Ostseeküste, dem Schwarzwald oder dem Allgäu sind Stellplätze oft schon Monate im Voraus vergeben. Allein in den Hauptreisemonaten Juli und August kamen zuletzt mehr als 18,7 Millionen Übernachtungen zusammen. Wer in den Sommerferien verreisen will, muss häufig bereits im Frühjahr reservieren.
Ein wesentlicher Treiber ist der wachsende Fahrzeugbestand. In Deutschland sind derzeit rund 1,9 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen, darunter mehr als eine Million Reisemobile. Doch die Freiheit in der Natur ist nicht mehr zwingend günstig:
Mit einer jährlichen Bruttowertschöpfung von rund 20,8 Milliarden Euro ist Camping ein gigantischer Wirtschaftsfaktor geworden. Doch die Kapazitätsgrenzen sind erreicht. Während der Branchenverband mehr Flächen fordert, müssen Urlauber umdenken: Die Zeiten, in denen man einfach der Nase nach fahren konnte, sind für viele Regionen endgültig vorbei.











