Vandalismus in den Dolomiten
Berggipfel: Unbekannte reißen Madonnenstatue in die Tiefe
05.10.2026 – 16:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit Spezialwerkzeug ausgerüstet steigen Unbekannte auf einen Dolomiten-Gipfel und stoßen eine Statue in die Tiefe. Das Entsetzen ist groß.
Auf dem 2.849 Meter hohen Berggipfel der Croda Granda in den Dolomiten haben Unbekannte eine Madonnenstatue von ihrem Sockel gerissen und in die Tiefe gestürzt. Die unterhalb des Berges gelegene Gemeinde Gosaldo hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge Anzeige erstattet. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Vandalismusvorfällen in dem alpinen Wandergebiet.
Ende September verbreiten sich in der Region erste Gerüchte über das Verschwinden der „Madonnina“, die den Gipfel seit den 1980er-Jahren ziert. Die Bergsteiger Gabriele Masoch und Daniel Rech aus Gerondo sorgten schließlich für Gewissheit, als sie die Croda Granda erklommen: Die Statue war aus der Verankerung gelöst und in eine kaum erreichbare Rinne in die Tiefe gestoßen worden.
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Laut einer Erklärung der Gemeindeverwaltung, aus der der Sender Radio Più zitiert, hat eine Untersuchung vor Ort zweifellos ergeben, dass die Madonna mutwillig entfernt wurde. Demnach sei dabei Spezialwerkzeug zum Einsatz gekommen. Neben der Statue seien zwei Gedenktafeln entfernt worden, die an verunglückte Bergsteiger erinnern. Auch von dem Gipfelbuch fehlt jede Spur.
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Die Gemeinde verurteilt den Vorfall scharf: „Wer mit Werkzeugen bewaffnet in große Höhen aufsteigt, um die Symbole unseres Berges zu zerstören und auszulöschen, ist kein Wanderer“, heißt es in der Erklärung. Der Vorfall sei eine Wunde für das Andenken der Gemeinschaft und der Familien der auf den Gedenktafeln geehrten Toten.
Vandalismus in Südtirol: Gemeinde hofft auf Zeugen
Der Aufstieg auf den Gipfel ist technisch anspruchsvoll. Wanderer müssen mehr als 1.300 Höhenmeter bewältigen. Die Täter waren wohl mit großen Rucksäcken ausgestattet, was die Besteigung weiter erschwert haben dürfte. Die Gemeinde hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die Personen mit ungewöhnlicher Ausrüstung gesichtet haben, sollen sich umgehend an die zuständigen Behörden wenden.
Die Gemeinde plant unterdessen die Bergung der Statue. Diese befindet sich an einer gefährlichen Stelle am Fuße einer Felsrinne, was die Bergrettung sowie freiwillige Bergungshelfer vor Herausforderungen stellt.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Gemeinde Gosaldo mit Vandalismus konfrontiert sieht. Nach wiederholten Vorfällen von mutwilliger Zerstörung, Vermüllung und Diebstählen in einem Biwak sahen sich die Verantwortlichen dazu veranlasst, die auf 1.718 Metern Höhe gelegene Schutzhütte vorübergehend zu schließen, wie das Portal „Südtirol News“ berichtet. Im Oktober des vergangenen Jahres bestahlen Unbekannte eine Gruppe walisischer Touristen. Der Wandergruppe wurde Ausrüstung wie Campingkocher, Zelte, Schlafsäcke und Isomatten entwendet.
