Herbstkrise mit Ansage
Zahlt Bayern jetzt den Preis dafür?
Aktualisiert am 14.10.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 3 Min.

Der FC Bayern steckt nach dem missglückten Neustart tief in der Herbstkrise. Uli Hoeneß sah das offenbar schon kommen.
Vor dreieinhalb Wochen war die Welt des FC Bayern noch rosarot. Damals verabschiedete sich der deutsche Rekordmeister noch pünktlich zum Oktoberfest mit einem 7:0-Sieg gegen Union Berlin in die XXL-Länderspielpause.
An der ersten dreiwöchigen Unterbrechung störten sich die Verantwortlichen und Spieler der Münchner vorher kaum. Im Gegenteil begrüßten sie die Umgestaltung des Spielkalenders sogar, was unter anderem Cheftrainer Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl so formulierten.
Nach den beiden Unentschieden könnte sich die Einschätzung der Länderspielpause im Verein geändert haben. Denn plötzlich sind die Bayern große Verlierer der XXL-Pause, in der sie ihren Rhythmus offenbar komplett verloren haben.
Dem 2:2 am Samstag in der Bundesliga beim FC Augsburg folgte am Dienstagabend in der Champions League ein 3:3-Unentschieden bei Viking Stavanger. Damit ist für die Bayern der Fehlstart perfekt. In den kommenden Herbstwochen stehen die Münchner nun unter Druck.
Hat Hoeneß Bayerns Herbstkrise schon kommen sehen?
Uli Hoeneß hat die schwierige Situation offenbar schon am Samstagabend nach dem Unentschieden in Augsburg erkannt. Am Rande der Gala des bayerischen Sportpreises in München beklagte sich der Ehrenpräsident bereits über die schwierigen Umstände, mit denen der FC Bayern derzeit zu kämpfen habe. „Wir sind der große Leidtragende dieser langen WM. Unsere Spieler kamen ja sehr spät zurück, mussten dann in den Urlaub gehen“, sagte Hoeneß der „Bild“.

Stars wie Harry Kane und Michael Olise waren bis zum Schlusswochenende der WM – 18./19. Juli – dabei. Nach dem Saisonstart am 28. August sei dann sehr schnell die Länderspielpause auf die Vereine zugekommen. Erstmals bestritten die Nationalteams vier Spiele in der Nations League. „Ich finde es von der Uefa eine Katastrophe, vier Wochen nach Bundesliga-Beginn schon zwei Wochen Pause zu machen.“ Hoeneß weiter: „Wir haben 18 Spieler auf Reisen gehabt, dass da der Rhythmus verloren geht, ist doch ganz normal.“
Hoeneß hat es also offenbar bereits kommen sehen, dass sich Bayern nach dem Wiederbeginn schwertun könnte. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass zahlreiche Nationalspieler wie DFB-Kapitän Joshua Kimmich oder Jonathan Tah nur zwei Länderspiele bestritten haben und bereits frühzeitig wieder nach München zurückgekehrt sind. Jonas Urbig und Tom Bischof kamen nach ihren DFB-Einsätzen förmlich beflügelt zurück zu den Bayern. Der Kolumbianer Luis Díaz reiste dagegen gar nicht zur kolumbianischen Nationalelf – und steckt trotz seines Treffers in Stavanger weiter im Formtief.