Fragwürdiges Vorgehen bei Waffensammler
„Das hat nichts mehr mit einem Rechtsstaat zu tun“
04.07.2026 – 14:08 UhrLesedauer: 5 Min.

Ein Polizeibeamter in Schleswig-Holstein fällt durch Manipulationen und mögliche falsche Verdächtigungen auf. Doch die Staatsanwaltschaft ermittelt zunächst nicht – wollte sie einen Beamten schützen?
Der Waffensammler Peter Frank aus Schwesing bei Husum wirft der Staatsanwaltschaft Flensburg vor, aktiv einen Polizeibeamten zu schützen. Der Polizeibeamte hatte Frank beschuldigt, er besitze scharfe Gewehrgranaten, die vom Kampfmittelräumdienst gesprengt werden müssten. Das stellte sich aber als falsch heraus, die Granaten waren lediglich Attrappen.
Der Beamte ließ die Granaten trotzdem sprengen. Gegen Peter Frank wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das aber eingestellt wurde. Frank zeigte deshalb den Beamten wegen falscher Verdächtigung an, doch die Staatsanwaltschaft ermittelte nur kurz gegen den Beamten und stellte das Verfahren dann schnell ein. Erst nachdem Franks Anwalt mehrmals bei der Staatsanwaltschaft insistiert hatte, nahm die Polizei die Ermittlungen wieder auf.
Peter Frank sagt, man könne den Eindruck bekommen, dass der Polizeibeamte von der Staatsanwaltschaft geschützt und auf eine mögliche Verjährung der Tat gewartet werden solle.
Die Ermittlungsbehörden in Schleswig-Holstein sahen in dem Waffensammler Peter Frank einen gefährlichen Waffennarren. Die Waffenbehörde, das Landeskriminalamt und sogar die amtierende Innenministerin Magdalena Finke unterstellten ihm unter anderem, illegal Waffen hergestellt zu haben und Kriegswaffen illegal zu besitzen. Sie machten aus ihm sogar einen verkappten Nazi, weil in seiner Sammlung historische Gegenstände aus der NS-Zeit waren. Neben Sammlerstücken aus der DDR und anderen Epochen.. Nach mehreren Jahren Ermittlungen, Prozessen und vielen Berichten von t-online ist mittlerweile klar: Nichts davon stimmt.
Sang- und klanglos eingestellt
Die Prozesse wurden eingestellt. Peter Frank konnten keine Straftaten nachgewiesen werden. Er besaß seine 1.000 Sammlerstücke legal, klagt mittlerweile auf Schadenersatz, weil die Waffen vernichtet wurden, und holt nun zum Gegenschlag aus. Gegen einen Polizisten wird mittlerweile wegen Urkundenfälschung ermittelt. Und nun wird gegen diesem Polizisten auch noch wegen falscher Verdächtigung ermittelt und das .Und das, obwohl die Staatsanwaltschaft Flensburg solche Ermittlungen lange Zeit verhindert hatte. Für den Waffensammler Frank reiht sich das in ein Muster von Behördenversagen ein, das 2017 begann.
Damals wurden dem Waffensammler Frank bei mehreren Durchsuchungen in seinem Haus in Schwesig bei Husum Waffen fälschlicherweise weggenommen, die er als Sammlerstücke besaß. Angeblich, weil er nach mehreren Jahrzehnten als Waffensammler unzuverlässig geworden sei. Dabei hatte er die Waffenbehörde sogar selbst beraten, und diese hatte regelmäßig Hilfe für andere Fälle bei ihm erfragt. Aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass sich eine Mitarbeiterin der Waffenbehörde vermutlich über eine Mail von Frank echauffiert hatte, in der er sie als „langsam“ bezeichnete. Frank sieht darin den Auslöser für die späteren Schikanen.