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Home » Traditionsbetrieb wird von Marktführer übernommen
Wirtschaft

Traditionsbetrieb wird von Marktführer übernommen

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 28, 2026
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Traditionsbetrieb wird von Marktführer übernommen

Nach Insolvenz des Traditionsbetriebs

Rhenser Mineralbrunnen wird von Marktführer geschluckt

29.06.2026 – 00:21 UhrLesedauer: 2 Min.

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Rhenser Mineralbrunnen in Rheinland-Pfalz: Das insolvente Unternehmen hat einen Käufer gefunden. (Symbolbild) (Quelle: imago stock&people/imago)

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Zwei Todesfälle in der Führung, dann die Pleite: Der 164 Jahre alte Rhenser Mineralbrunnen steht vor einem Neustart. Ein europäischer Großabfüller übernimmt den Betrieb.

Refresco Deutschland hat den insolventen Rhenser Mineralbrunnen gekauft und sichert damit den Fortbestand des 164 Jahre alten Unternehmens aus Rheinland-Pfalz.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Alexander Jüchser und Rhenser-Geschäftsführer Holger Sieck einigten sich Berichten zufolge mit dem Getränkeabfüller auf einen Kaufvertrag, dem der Gläubigerausschuss zugestimmt habe. Die Transaktion soll vorbehaltlich noch ausstehender Bedingungen zum 1. August 2026 wirksam werden, wie „Bild“ berichtet.

Zum Kaufpaket gehören nach Angaben der Zeitung Markenrechte Grundstücke, Produktionsanlagen und Warenbestände am Standort Rhens. Über den Kaufpreis hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Der überwiegende Teil der 140 Mitarbeiter wechsele im Rahmen eines Betriebsübergangs zu Refresco, hieß es.

Der Traditionsbetrieb aus Rheinland-Pfalz hatte im März 2026 Insolvenz angemeldet. Als wirtschaftliche Gründe nannte Christian Kolb, kaufmännischer Leiter und Prokurist des Unternehmens, gegenüber „Bild“ hohen Wettbewerbsdruck, gestiegene Transportkosten, geringe Margen sowie eine zurückhaltende Kaufbereitschaft der Verbraucher.

Todesfälle vor Insolvenz

Jüchser und Geschäftsführer Sieck hatten den Betrieb nach dem Insolvenzantrag im März 2026 stabilisiert und aufrechterhalten. Die Insolvenz war die zweite in der jüngeren Geschichte des Unternehmens: Friedrich Berentzen und sein Bruder Christian Berentzen hatten den Mineralbrunnen im September 2017 bereits einmal aus der Insolvenz geführt und übernommen. Nach dem Tod von Friedrich Berentzen im Jahr 2023 und dem seines Bruders Christian im Februar 2026 rutschte das Unternehmen erneut in die Pleite. Die Söhne des bekannten Apfelkorn-Herstellers Friedrich Berentzen waren Geschäftsführer des Rhenser Mineralbrunnen.

Insolvenzverwalter Jüchser wird von der „Getränke Zeitung“ mit den Worten zitiert: „Ich freue mich, dass die Zeit der Ungewissheit bei Rhenser vorbei ist und das Traditionsunternehmen nun an der Seite eines starken Partners fortgeführt wird. Der Verkauf an einen erfahrenen strategischen Investor ist die Grundlage für einen Neustart, wenngleich nicht alle Beschäftigten übernommen werden konnten.“

Mit dem Kauf setzt Refresco Deutschland den Umbau vom Safthersteller zum breiter aufgestellten Getränkeproduzenten fort. Geschäftsführer Guido Kühne erklärte, Refresco stärke mit der Übernahme sein Portfolio im Bereich Mineralwasser in Glasflaschen und wolle den Traditionsbetrieb mit seinen Marken weiterentwickeln.

Bereits Ende 2021 hatte der niederländische Konzern den Mineralbrunnen Hansa-Heemann übernommen, zu dem Marken wie Hella, Fürst Bismarck, St. Michaelis, Nordquell, Märkisch Kristall und Frische Brise gehören. Hansa-Heemann produziert daneben in großem Umfang Handelsmarken für Discounter und Supermärkte.

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