Tod auf dem Kreuzfahrtschiff
Übertrugen Nager das Hantavirus?
15.05.2026 – 01:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Während in Frankreich alle Passagiere der „Hondius“ negativ getestet worden sind, prüfen die Behörden nun den Verdacht auf Hantaviren bei Nagetieren.
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem aus Argentinien kommenden Kreuzfahrtschiff wird ein Team argentinischer Wissenschaftler zu Untersuchungen nach Ushuaia fahren. Die Experten sollen prüfen, ob an dem Startpunkt der Reise der „Hondius“ Nagetiere vorkommen, die das Hantavirus übertragen haben könnten. „Die Ergebnisse sollten binnen vier Wochen vorliegen“, erklärte der Epidemiologe und Gesundheitsbeauftragte der Provinz, Juan Petrina, am Donnerstag vor Journalisten vor Ort.
„Die Idee ist, nächste Woche Proben (von Nagetieren) zu entnehmen“, sagte Petrina. Wie viele Nagetiere auf das Virus geprüft werden sollen, sagte er nicht.
Der Urlaubsort Ushuaia in Feuerland im Süden Argentiniens verteidigt sich vehement gegen den Vorwurf, dass der Hantavirus-Ausbruch dort seinen Ursprung gehabt haben könnte. Örtlichen Behörden zufolge ist das Hantavirus seit 30 Jahren nicht mehr dort aufgetreten. Auch ist die Langschwanzratte, die den von Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Stamm Andes überträgt, den Angaben zufolge in der Region nicht mehr verbreitet.
„Die epidemiologische Lage in der Region hat sich nicht verändert“, sagte Petrina. „Wir hatten keine Hantavirus-Fälle. Und seit der Abfahrt des Schiffes sind bereits 45 Tage vergangen“, fügte er hinzu.
Frankreich gibt Entwarnung

Die Gesundheitsministerin der Provinz Feuerland, Judit di Giglio, und die Tourismusbehörden versuchten die Bevölkerung am Donnerstag zu beruhigen: „Der Überträger (des Hantavirus) ist in unserer Provinz nicht vorhanden“, sagte die Ministerin. Es sei nicht nur sicher, in der Region Urlaub zu machen, sondern auch, dort zu leben, hieß es von der Tourismusbehörde.
Unterdessen hat Frankreichs Gesundheitsministerium eine erste Entwarnung zum Zustand der in Frankreich untersuchten Kontaktfälle gegeben. Alle Passagiere, die sich in Frankreich in Isolation befänden, seien „ausnahmslos negativ getestet worden“, teilte Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Donnerstag im Onlinedienst X mit. Darunter waren demnach neben vier Franzosen auch 22 Kontaktpersonen einer später an einer Hantavirus-Infektion gestorbenen Niederländerin.
Als Vorsichtsmaßnahme sowie angesichts der langen Inkubationszeit seien „alle 26 Personen in Krankenhaus-Isolation gebracht“ worden. Sie würden „weiterhin medizinisch überwacht und dreimal pro Woche getestet“. Eine vorherige Ansteckung weiterer Menschen könne „zum gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Untersuchungen ausgeschlossen“ werden. Außer im Falle eines möglichen positiven Tests würden die Gesundheitsbehörden künftig keine weiteren Informationen zu diesen Ergebnissen veröffentlichen.
EU will Schutzmechanismus verstärken
An Bord der „Hondius“ war es während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.








