Queen-Legende in München
Freddie Mercurys Leben als Theaterstück: Darum lohnt sich der Besuch
05.05.2026 – 18:26 UhrLesedauer: 3 Min.
Sechs Jahre hat Freddie Mercury in München gearbeitet und tauchte dort in die lebendige Schwulenszene ein. Diesen Teil der Geschichte des Queen-Sängers zeigt ein neues Theaterstück.
Wer aufmerksam durch die Straßen Münchens läuft, der kommt immer wieder an Orte, die noch heute an die Zeit des berühmten Queen-Sängers Freddie Mercury in München erinnern. Einer der bekanntesten dürfte das Hotel „Deutsche Eiche“ im Glockenbachviertel sein. Dort, wo heute ein Mosaik des Sängers zu sehen ist, soll seine Stammkneipe gewesen sein. Warum München für Freddie Mercury etwas Besonderes war, wie die Schwulenszene damals aussah und welche Rolle HIV spielte, zeigt die Uraufführung „Mercury“ im Marstall am Hofgarten.
Es ist eine Vorstellung, die bereits von Beginn an unkonventionell ist. Die Besucher stehen im Foyer des Theaters. Auch Minuten nach dem offiziellen Beginn ändert sich nichts. Plötzlich läuten Kuhglocken.
Ein Mann betritt über eine Treppe das Foyer und beginnt von einem München zu erzählen, das lange schon vergessen scheint. Von Männern, die an anderen Männern Interesse haben, und aus deren Gelüsten eine neue Szene entstanden war. München als eine der Hochburgen für Homosexuelle. Und der Queen-Sänger Freddie Mercury mittendrin, als ihr wohl berühmtester Vertreter.
Die Reise in das München der späten 70er-, frühen 80er-Jahre beginnt mit dem Entstehen der Schwulenszene. Die fünf Darsteller sind mitunter nur in Unterhose zu sehen, über die Mikrofone ist ihr Stöhnen im ganzen Saal zu hören. Sie küssen und streicheln sich, geben sich ihrer Lust hin. Diese Szenen zeigen: Freddie Mercury ließ es krachen während seiner Zeit in München. Mit tragischen Folgen. Unaufhaltsam zerstört ein Virus das befreit lustvolle Leben in der Szene. HIV hat München erreicht. Unbehandelt bricht es als Aids aus und führt letztlich zum Tod.
Die fünf Darsteller, die kurz zuvor noch in weißen Bademänteln und mit Handtüchern um ihre Hüften erotische Szenen gespielt haben, versetzen sich jetzt mit dem Ausbruch des Virus in unterschiedliche Rollen des Freddie Mercury. Jeder von ihnen spielt eine andere Szene. Auf einem kleinen Fernseher auf der Bühne läuft ein TV-Interview mit dem Sänger. Wortgenau sowie identisch in Mimik und Gestik, geben sie mit britischem Akzent den Inhalt des Interviews wieder. Es geht um die Texte des Queen-Sängers und sein Privatleben.
Die Darsteller spielen Szenen aus Interviews nach, die typische Verhaltensweisen des Sängers zeigen. Immer abwechselnd schlüpfen sie in die Rolle des Freddie Mercury. Die weißen Jeans, die roten Hosenträger sowie der markante schwarze Schnurrbart verwandeln die Schauspieler in authentische Versionen des Sängers. Dabei fahren sie mit ihren Händen immer wieder nervös über ihre Oberschenkel und schnalzen mit der Zunge – Verhaltensweisen, die eine Mischung aus Nervosität und Langeweile symbolisieren sollen.











