Auslieferung beantragt

Kölner „Ehrenmord“: Tatverdächtiger Vater im Irak aufgespürt


07.08.2026 – 13:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Blaulicht an einem Polizeiwagen (Symbolbild): Im Fall einer getöteten 19-Jährigen, konnte der verdächtige Vater ausfindig gemacht werden. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn/imago)

Ein Vater soll 2017 seine schwangere Tochter in Köln getötet haben und in den Irak geflohen sein. Jetzt haben Ermittler ihn dort lokalisiert.

Mehr als neun Jahre nach dem Mord an einer 19-Jährigen in Köln haben Ermittler den mutmaßlichen Täter im Irak lokalisiert. Bei dem Gesuchten handelt es sich um den inzwischen 54 Jahre alten Vater des Opfers, Hassan Fayas Gyndy. Die Staatsanwaltschaft Köln hat nun ein Auslieferungsersuchen gestellt.

Der Mann steht im Verdacht, seine damals 19 Jahre alte und schwangere Tochter Zare Gyndy am 4. Januar 2017 in Köln ermordet zu haben. Nach der Tat soll er in den Irak geflohen sein. Von dort hatte er sich bei der Polizei gemeldet und den Ermittlern mitgeteilt, wo die Leiche seiner Tochter zu finden sei. Anschließend verlor sich seine Spur.

Berichterstattung kurdischer Medien half bei der Suche

Ende Mai dieses Jahres hatten Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Köln die Fahndung nach dem 54-Jährigen noch einmal intensiviert und sich öffentlich an die Bevölkerung gewandt. Unter anderem wurden Fahndungsplakate in deutscher und kurdischer Sprache veröffentlicht.

Nach Angaben der Ermittler gingen daraufhin zahlreiche Hinweise ein. Zusätzlich habe eine umfangreiche Berichterstattung in kurdischen Medien dazu beigetragen, den Aufenthaltsort des Gesuchten zu ermitteln.

Gegen den Mann liegt ein internationaler Haftbefehl wegen Mordverdachts vor. Die Staatsanwaltschaft Köln hat deshalb auf dem Rechtshilfeweg ein Auslieferungsersuchen gestellt. Ob und wann der Beschuldigte tatsächlich nach Deutschland überstellt werden kann, ist zunächst offen.

Kölner „Ehrenmord“: Vater mit Lebensführung seiner Tochter unzufrieden

Nach früheren Angaben der Polizei soll der Vater mit der Lebensführung seiner Tochter nicht einverstanden gewesen sein. Darin vermuten die Ermittler ein mögliches Motiv für die Tat.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise. Das zuständige Kriminalkommissariat 44 ist unter der Rufnummer 0221 229-0 sowie per E-Mail an mkzafira.koeln@polizei.nrw.de erreichbar.

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