Deutscher Markt zu „preisgetrieben“
Tegut verschwindet endgültig: Konkurrenten übernehmen
11.03.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach jahrelangen Verlusten ist Schluss: Die Supermarktkette Tegut wird in Deutschland abgewickelt. Rund 7.400 Mitarbeiter sind betroffen – doch es gibt Hoffnung für sie.
Die Supermarktkette Tegut wird abgewickelt und soll bis spätestens Ende des Jahres vollständig vom deutschen Markt verschwinden. Rund 7.400 Beschäftigte wurden nach Unternehmensangaben am Morgen über die Entscheidung informiert.
Eigentümer Migros Zürich zieht sich damit vollständig aus dem deutschen Lebensmittelhandel zurück. Hintergrund sind anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten und ein intensiver Preiswettbewerb im deutschen Markt. Tegut hatte zuletzt trotz Sparmaßnahmen weiterhin Verluste geschrieben.
Nach Informationen der Branchenzeitung „Lebensmittel Zeitung“ hat Edeka bereits Verträge unterzeichnet, um den Großteil der Tegut-Standorte zu übernehmen. Die Transaktion steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts. Die Filialen sollen auf mehrere Edeka-Regionalgesellschaften verteilt werden, darunter Hessenring, Südwest, Südbayern und Nordbayern.
Zusätzlich plant Edeka, weitere Teile des Unternehmens zu übernehmen. Dazu zählen nach Angaben von Migros das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach, die Bäckerei Herzberg sowie die Tochtergesellschaft Smart Retail Solutions mit ihren rund 40 automatisierten Teo-Märkten.
Auch Konkurrent Rewe zeigt Interesse an Teilen des Filialnetzes. Laut „Lebensmittel Zeitung“ verhandelt das Unternehmen über ein deutlich kleineres Paket von voraussichtlich weniger als 100 Märkten. Anders als Edeka würde Rewe dabei keine zentralen Verwaltungsstrukturen übernehmen. Die Gespräche laufen demnach noch.
Migros begründet den Rückzug mit dem schwierigen Marktumfeld in Deutschland. Der deutsche Lebensmittelhandel sei „sehr preisgetrieben“ und zugleich kostenintensiv, sagte Migros-Zürich-Chef Patrik Pörtig. Unter diesen Bedingungen habe sich langfristig kein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln lassen.
Nach Angaben des Unternehmens hat sich Edeka verpflichtet, die Beschäftigten in den übernommenen Filialen zu übernehmen. Für viele der betroffenen Mitarbeiter könnte sich damit eine Perspektive im neuen Unternehmensverbund ergeben.
Der deutsche Lebensmittelhandel wird seit Jahren von wenigen großen Ketten dominiert. Während Rewe bundesweit rund 3.800 Märkte betreibt, kommt Edeka auf mehr als 11.000 Standorte und gilt damit als klarer Marktführer.










