Krebsforschung
Therapeutische Impfung gegen schwarzen Hautkrebs rückt näher
02.06.2026 – 16:29 UhrLesedauer: 3 Min.
Schwarzer Hautkrebs ist meist heilbar, aber noch verlaufen etwa zehn Prozent der Fälle tödlich. Ein therapeutischer Krebsimpfstoff könnte dies bald ändern.
Ein derzeit noch nicht zugelassener Impfstoff bringt ebenso wie ein bereits bewährtes Medikament das Immunsystem dazu, Krebszellen anzugreifen. In Kombination können die beiden Mittel bei schwarzem Hautkrebs das Risiko für einen Rückfall und einen tödlichen Verlauf um knapp die Hälfte senken. Das hat ein Update zu einer Arzneimittelstudie namens Keynote-942 gezeigt, das kürzlich auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt wurde.
Schon gewusst?
Schwarzer Hautkrebs, auch (malignes) Melanom genannt, ist die aggressivste Hautkrebsart. Seine Häufigkeit hat sich in Deutschland seit 1970 mehr als verfünffacht. Die Überlebenschancen sind mit über 90 Prozent aber deutlich besser als je zuvor. Beides könnte allerdings einfach daran liegen, dass mehr Melanome frühzeitig entdeckt werden und sich somit vollständig entfernen lassen.
Kombinationstherapie versus alleinige Antikörpertherapie
An der Keynote-942-Studie nahmen Frauen und Männer teil, bei denen zuvor in verschiedenen Krebszentren in Australien und den USA Melanome operativ entfernt worden waren. Die Studie unter der Leitung eines Forschungsteams des NYU Langone Health und seines Perlmutter Cancer Center sollte klären, ob die kombinierte Behandlung mit dem Impfstoff Intismeran und dem Antikörper Pembrolizumab ein Wiederauftreten des Krebses verhindern kann.
Per Zufallsprinzip wurden 107 von ihnen als Testpersonen für die Kombinationstherapie ausgewählt. Die Ergebnisse verglich das Forschungsteam mit denen einer ebenfalls zufällig ausgewählten Gruppe von 50 Personen, die nach ihrer operativen Melanomtherapie nur Pembrolizumab erhalten hatten. Dies entspricht dem aktuellen Behandlungsstandard.
Kombinationstherapie verbessert Langzeitergebnisse
Wie im Fachmagazin „Journal of Clinical Oncology“ nachzulesen ist, waren nach fünf Jahren 68,8 Prozent der Mitglieder der Kombinationstherapie-Gruppe krebsfrei. In der Vergleichsgruppe waren es hingegen nur 49,1 Prozent. Das bedeutet, dass die Zugabe des Impfstoffs zur Standardbehandlung das Risiko für ein Wiederauftreten der Krebserkrankung oder den Tod um 49 Prozent verringerte.
Zudem sank unter der Kombinationstherapie das Risiko um 59 Prozent, dass der Hautkrebs streut und an anderen Körperstellen Tochtergeschwulste (Metastasen) bildet. Die Nebenwirkungen, die unter der Kombinationstherapie auftraten, stuften die Betroffenen als erträglich ein. Dazu zählten unter anderem Müdigkeit, Schmerzen an den Injektionsstellen und Schüttelfrost.
In beiden Gruppen starben während der fünfjährigen Nachbeobachtungszeit sieben Betroffene, die meisten an den Folgen ihrer Krebserkrankung. Damit lag die Gesamtüberlebensrate unter der Kombinationstherapie bei 92,2 Prozent, in der Vergleichsgruppe hingegen nur bei 71,3 Prozent.
Nächster Schritt auf dem Weg zur Zulassung
Dr. Janice Mehnert, leitende Forscherin der Studie und Professorin an der Abteilung für Innere Medizin der NYU Grossman School of Medicine, sieht in dem Ergebnis überzeugende Belege für die Wirksamkeit des neuen Impfstoffs.










