Scharfe Kritik an Kubicki
Strack-Zimmermann tritt überraschend für FDP-Vorsitz an
Aktualisiert am 30.05.2026 – 15:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Kampfkandidatur beim FDP-Parteitag: Marie-Agnes Strack-Zimmermann tritt gegen Wolfgang Kubicki an.
Überraschung auf dem Bundesparteitag der FDP: Der designierte Parteichef Wolfgang Kubicki erhält unerwartete Konkurrenz. Gegen ihn tritt Marie-Agnes Strack-Zimmermann an. Kubicki galt eigentlich als einziger Kandidat.
Vorgeschlagen wurde Strack-Zimmermann von Joachim Stamp. Nach t-online-Informationen hatten er und ihre Unterstützer die nötigen Unterschriften ohne interne Absprache etwa mit dem eigenen Landesverband NRW gesammelt. 33 Delegierte reichten schriftlich ihre Unterstützung für Strack-Zimmermanns Kandidatur ein – damit war laut FDP-Parteisatzung das Quorum für eine spontane Kandidatur auf dem Parteitag erfüllt.
Der 74-jährige Kubicki begrüßte in einer ersten Reaktion die Gegenkandidatur. „Meine Danksagung geht an Marie-Agnes Strack-Zimmermann, weil ich froh darüber bin, dass die beiden alten Schlachtrösser jetzt ins Geschirr gehen“, sagte er in seiner Bewerbungsrede für den Parteivorsitz.

Zuletzt war man in der Partei davon ausgegangen, dass Kubicki als einziger für den Parteivorsitz antreten würde. Henning Höne, Landeschef der FDP in Nordrhein-Westfalen, der auch von Strack-Zimmermann unterstützt wurde, hatte seine Kandidatur unlängst zurückgezogen.
Strack-Zimmermann warnt vor „faulem Burgfrieden“
Strack-Zimmermann erklärte, sie trete an, um einen „faulen Burgfrieden“ zu verhindern. Sie wolle einen Wettbewerb anbieten. „Wir lieben den Wettbewerb, solange er nicht stattfindet. Wir predigen Leistung, solange es nicht zu unbequemen Kandidaturen kommt. Wir predigen Meinungsfreiheit, fordern aber intern Meinungsgleichheit.“ Ihre FDP wolle nicht primär Meinungen zur Vergangenheit vorlegen, sondern Pläne für die Zukunft. „Liberalismus ist nicht, sich morgens einen Gegner zu suchen und abends zufrieden in den Sessel zu sinken, wenn man ihn beleidigt hat.“ Die Europawahl mit ihr als Spitzenkandidatin war „das letzte Mal, dass wir klar über fünf Prozent gekommen sind“.
Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Strack-Zimmermann in jeder Form aus. Jedem Liberalen müsse es ein Anliegen sein, Extremisten so weit entfernt von der Macht zu halten, wie möglich. „Ich kann Ihnen versichern: Mein liberaler Kompass ist geeicht, bis weit über die nächsten Wahlen hinaus.“










