Steve Irwin konnte nicht mehr gerettet werden

„Er war bei Bewusstsein, sah mir direkt in die Augen und sagte unter Tränen: ‚Ich sterbe.'“ Kurz darauf verlor Irwin sein Bewusstsein. Die Besatzung führte verzweifelt 45 Minuten lang Wiederbelebungsmaßnahmen durch. Auch ein Sanitäter an Land konnte Irwin nicht mehr retten. „Es war absolute Verzweiflung“, so Lyons. „Ich weiß noch, wie ich dachte: Meine ganze Welt hat sich gerade komplett verändert. Sie wurde nie wieder dieselbe.“

Der Kameramann vermutet, dass der Rochen Irwins Silhouette im flachen Wasser für die eines Tigerhais hielt – dem natürlichen Fressfeind der Tiere. In Sekundenbruchteilen schaltete der Rochen auf reine Verteidigung um und peitschte seinen mit Widerhaken versehenen, giftigen Schwanzstachel in einer blitzschnellen Bewegung nach oben. Dass eine Begegnung mit einem Rochen tödlich endet, ist eine seltene Ausnahme. Bullenrochen sind grundsätzlich friedliche und scheue Tiere. Sie attackieren Menschen nicht grundlos. Ihr gefährlicher Stachel dient als Abwehrwaffe, wenn sie sich akut bedroht oder in die Enge getrieben fühlen.

Ein Bullenrochen: Der Rochen kann seinen Schwanz mit Giftstachel nach oben peitschen. (Quelle: xWirestockx via imago-images.de/imago)

Das Vermächtnis der Familie Irwin

Nach dem Unglück führte seine Witwe Terri den Australia Zoo an der Sunshine Coast fort. Die Familie leitet dort auch eines der größten Wildtierkrankenhäuser der Welt und betreut in ganz Queensland mehrere Schutzgebiete. Dazu gehört neben Koala-Habitaten auch das fast 134.000 Hektar große „Steve Irwin Wildlife Reserve“ auf der Kap-York-Halbinsel im Norden, in dem Hunderte Tierarten in Sicherheit leben. Bis heute zieht der Australia Zoo jährlich Hunderttausende Besucher an.

Irwins 28-jährige Tochter Bindi und sein 22-jähriger Sohn Robert engagieren sich ebenfalls von Kindesbeinen an im Natur- und Tierschutz. Gemeinsam mit ihrer Mutter waren sie die Stars der Reality-Serie „Crikey! It’s the Irwins“, die von 2018 bis 2022 das Familienleben zwischen Krokodilen, dem eigenen Wildlife Hospital und verschiedenen Schutzprojekten dokumentierte.

Die Irwin-Kinder zeigen jedoch auch abseits des Artenschutzes Talent: Bindi gewann 2015 im Alter von 17 Jahren die US-Version von „Dancing with the Stars“. Genau zehn Jahre später holte auch ihr Bruder Robert dort die begehrte Tanz-Trophäe. Dennoch bleibt das Vermächtnis des Vaters ihre Priorität. Robert Irwin gehört in Australien mittlerweile zu den gefragtesten Medienberatern und Social-Media-Stars.

Heute führen Ranger die berühmte Krokodilshow im Australia Zoo vor – und geben Tipps zum Umgang mit den Reptilien. (Quelle: Carola Frentzen/dpa/dpa-bilder)

Loading…

Loading…

Loading…

Share.
Exit mobile version