Rosalie Thomass

Neue „Tatort“-Kommissarin kritisiert ARD-Krimis – „grauenvoll“


29.09.2026 – 18:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Rosalie Thomass: Sie ermittelt künftig im „Tatort“ aus Nürnberg. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Rosalie Thomass übernimmt bald eine neue Rolle im Franken-„Tatort“. Doch an ihrer künftigen Heimat hat sie schon jetzt etwas auszusetzen.

Ab Oktober wird Rosalie Thomass im Franken-„Tatort“ die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber spielen. Doch bevor die 39-Jährige überhaupt zum ersten Mal auf dem Bildschirm zu sehen ist, hat sie bereits ein grundsätzliches Problem mit dem Format angesprochen.

In Bettina Böttingers Podcast „Zwischen den Zeilen“ ärgerte sich die Gastgeberin über das „immer wiederkehrende Motiv der verfolgten oder gar gequälten oder ermordeten Frau“ in ARD-Krimis. Thomass schloss sich dieser Kritik an. Sie rege sich darüber schon „seit vielen, vielen Jahren“ auf.

„Tatort“-Kommissarin Thomass über „grauenvolle“ Darstellungen

Besonders die Perspektive, aus der Gewalt an Frauen gezeigt werde, stört Thomass. Oft werde die „männliche Perspektive“ eingenommen und gezeigt, „wie er sie beherrscht oder wie er sie eben zum Opfer macht durch seine Tat“. Das „Kernproblem“ sei der „lange so normal gewesene Male Gaze, also der männliche Blick auf etwas, auf die Frau“. Wie Gewalt an Frauen in einigen Medien dargestellt werde, sei „grauenvoll“, so die Schauspielerin.

Als mögliche Lösung nennt Thomass zwei Ansätze: die weibliche Sicht zeigen oder kreativ werden. „Man kann bei so einer Szene auch darüber nachdenken, ob man sie überhaupt braucht. Oder ob man das über den Ton erzählen kann“, sagt sie. Werde eine solche Darstellung nie infrage gestellt, „dann finden wir das irgendwann auch alle normal“. Und weiter: „Wenn man etwas die ganze Zeit als Sehgewohnheit vorgesetzt bekommt, dann hinterfragt man das nicht.“

Rosalie Thomass und Fabian Hinrichs: Sie sind das neue Team im Franken-„Tatort“. (Quelle: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden)

Auch das True-Crime-Genre nimmt Thomass ins Visier. „Ich weiß gar nicht, warum wir das alle so gerne konsumieren“, sagt sie. Sie verstehe das „gar nicht“, auch mit Blick auf Krimis. Als Begründung verweist sie auf die Realität: „Die Realität ist ja, dass es jeden zweiten oder dritten Tag einen Femizid gibt.“

Ihr „Tatort“-Debüt als Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber ist am Sonntag, 25. Oktober, um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen. Im „Tatort: Gottesgarten“ ermittelt sie an der Seite von Fabian Hinrichs, der als Felix Voss zuletzt allein im Einsatz war. Thomass folgt auf Dagmar Manzel, die die Rolle der Paula Ringelhahn seit 2015 verkörpert hatte und den „Tatort“ verlassen hat.

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