Wichtig: Bei Beschwerden keine Zeit verlieren

Sobald sich eine bislang asymptomatische Steißbeinfistel durch Beschwerden bemerkbar macht, sollten Betroffene nicht zögern und möglichst rasch einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Denn dann besteht in der Regel bereits ein Abszess und die Steißbeinfistel muss nun zeitnah operativ behandelt werden.

Auf eine akut entzündete Steißbeinfistel deuten insbesondere folgende Anzeichen hin:

  • kleine oder größere Schwellung am oberen Ende der Gesäßfalte, die mit Schmerzen und Rötung einhergeht
  • bei Druck auf den Bereich treten Schmerzen auf
  • aus einer kleinen Öffnung tritt eitrig-blutiges Sekret aus

Bei einer chronisch entzündeten Steißbeinfistel kann der betroffene Hautbereich hingegen unauffällig aussehen und schmerzfrei sein, aber (vor allem bei Druck) blutige, eitrige oder klare Flüssigkeit aus der Öffnung austreten.

Bei einem akuten Pilonidalsinus hat sich eine Eiteransammlung (Abszess) entwickelt, die Haut ist entzündlich geschwollen und gerötet. (Quelle: Tsezer/getty-images-bilder)

Steißbeinfistel im Anfangsstadium: Was können Betroffene tun?

Eine Steißbeinfistel im Anfangsstadium benötigt normalerweise keine Behandlung, sollte jedoch (sofern bekannt) beobachtet werden. In vielen Fällen bleibt sie auch weiterhin ohne Symptome und verschlimmert sich nicht.

Ist bereits bekannt, dass ein asymptomatischer Pilonidalsinus vorliegt, lässt sich das Risiko, dass sich dieser entzündet oder sich neue Steißbeinfisteln bilden, mit verschiedenen Maßnahmen senken.

So ist es beispielsweise ratsam, regelmäßig zu duschen oder zu baden. (Mangelnde) Hygiene hat zwar wahrscheinlich nichts mit der Entstehung zu tun. Durch regelmäßiges Abduschen mit Wasser lassen sich jedoch lose Haare, die gegebenenfalls in die Gesäßfalte gelangt sind, wegspülen. Das kann verhindern, dass diese sich in die Haut einbohren.

Häufige Kurzhaarschnitte (insbesondere in jungen Jahren, wie etwa beim Militär) zählen als Risikofaktor, da dabei öfter kurze Haare mit Schnittkante bis in die Gesäßfalte gelangen können. Einer Studie zufolge lassen sich kurze Schnitthaare tatsächlich bereits innerhalb von wenigen Minuten nicht nur im Schulterbereich, sondern auch am Rücken und im Lendenbereich nachweisen. Insbesondere nach einem Friseurbesuch empfiehlt es sich deshalb zu duschen.

Positiv kann sich zudem auswirken, wenn der Gesäßbereich möglichst trocken gehalten und übermäßiges Schwitzen vermieden wird. Helfen kann dabei eine lockere und luftdurchlässige beziehungsweise atmungsaktive Kleidung.

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