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Home » Steffen Bilger startet als Verkehrsminister mit Baustellen und Bahn-Pannen
Politik

Steffen Bilger startet als Verkehrsminister mit Baustellen und Bahn-Pannen

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 12, 2026
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Steffen Bilger startet als Verkehrsminister mit Baustellen und Bahn-Pannen

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Als Ersatzkandidat ins Amt gerutscht, steht Steffen Bilger nun vor einem der schwierigsten Jobs in der Bundesregierung. Auf seiner Sommerreise holt den Verkehrsminister die Realität schnell ein.

Steffen Bilger lächelt viel. Er hört aufmerksam zu, nickt. Zum Beispiel, wenn ihm die Besatzung der „Scharhörn“ im Hafen von Kiel erklärt, wie Mehrzweckschiffe wie ihres bei Havarien und Notfällen im Einsatz sind. Bilger, der neue Verkehrsminister, hat dann die Hände auf dem Rücken gefaltet und sagt: „Danke für Ihren Dienst.“ Und lächelt.

Seit gerade mal rund zwei Wochen ist Bilger Bundesverkehrsminister. Erste Wahl war er nicht, Bundeskanzler Friedrich Merz hatte eigentlich den CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler für das Amt vorgesehen. Der sagte kurzfristig ab, die Kabinettsumbildung wurde zu einer beispiellosen Posse. Merz hat das alles mehr geschadet als geholfen. Verkehrsminister wurde am Ende der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Steffen Bilger.

Der Baden-Württemberger ist im Eiltempo in sein neues Amt gestartet. Ob Sofortmaßnahmen gegen Niedrigwasser, weniger Bonuszahlungen bei mangelnder Pünktlichkeit bei der Deutschen Bahn – Bilger hat in den vergangenen Tagen medienwirksam angekündigt und gefordert. Selbst bei der Drohnenabwehr hat sich Bilger, 47 Jahre alt, zu Wort gemeldet. All das mit einem Lächeln auf den Lippen. Freundlich und besonnen. Ja, fast ein bisschen unbedarft scheint das. Doch wer den stets nett wirkenden Schwaben unterschätzt, könnte sich täuschen. Ist er der neuen Herausforderung als Minister gewachsen?

  • Neues Infrastruktur-Gesetz: Jetzt haben Autobahnen und Brücken Vorrang

Das Verkehrsministerium hat aktuell viel Geld zu verteilen. Insgesamt stehen in dieser Legislaturperiode rund 170 Milliarden Euro allein für Verkehrsinvestitionen bereit. Ein beachtlicher Teil kommt aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Klingt erst mal gut. Doch der Job bringt auch eine gefühlt endlose Liste an Problemen mit sich: Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist sanierungsbedürftig. Straßen und Brücken sind marode. All das soll Bilger nun wieder auf Vordermann bringen, besser früher als später. Auf dem Ersatz-Minister lasten hohe Erwartungen, der Druck ist enorm. Denn die Menschen im Land, sie sind frustriert. Es ist eine Mammutaufgabe.

Bilger erbt Schnieders Sommerreise

Bilgers Vorgänger Patrick Schnieder war dieser Aufgabe nach Auffassung des Kanzlers offensichtlich nicht gewachsen. Warum genau der Zwei-Meter-Mann aus Rheinland-Pfalz, genannt „Eif(f)elturm“, gehen musste, darüber erzählt so ziemlich jeder im Berliner Politikbetrieb etwas anderes. So genau weiß es vielleicht auch niemand. Oder mag es nicht sagen. Dass in Deutschland ein Minister mitten in einer Legislatur ausgetauscht wird, ohne mit einem handfesten Skandal aufgefallen zu sein, ist höchst ungewöhnlich.

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