„Minotaur“ gewinnt, die Rede sticht

Dieser Appell an Putin geht um die Welt


Aktualisiert am 24.05.2026 – 11:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Andrei Swjaginzew, Gewinner des Großen Preises für „Minotaur“ in Cannes. Er nutzt die Gelegenheit, um an Wladimir Putin zu appellieren. (Quelle: Millie Turner/dpa)

Andrej Swjaginzew steht in Cannes auf der Bühne. Sein neuer Film wird ausgezeichnet – dann richtet er eine Botschaft an Wladimir Putin.

Neun Jahre nach seinem letzten Film hat der Regisseur Andrej Swjaginzew bei den Filmfestspielen von Cannes sein neues Werk vorgestellt. „Minotaur“ feierte dort Premiere – und wurde mit dem Großen Preis der 79. Filmfestspiele ausgezeichnet, nach der Goldenen Palme die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele.

Der Film entstand in Riga. Nach Angaben des Filmkritikers Anton Dolin ist es der erste Spielfilm, der sich ernsthaft und kompromisslos mit der Ära der sogenannten „militärischen Spezialoperation“ auseinandersetzt, also der russischen Invasion der Ukraine.

Andrej Swjaginzew hält politische Rede in Cannes

Bei der Preisverleihung nutzte Swjaginzew die Bühne für einen politischen Appell. In seiner Dankesrede wandte er sich direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Es gibt einen Menschen, an den ich mich heute in meinem eigenen Namen wenden möchte“, begann der 62-Jährige.

„Er benutzt kein VPN, um diese Zeremonie live zu verfolgen. Ich bin sicher, dass er derzeit weitaus wichtigere Fragen zu lösen hat“, sagte er in Anspielung auf die Internet-Abstinenz von Putin. Aber im Umfeld des Kremlchefs gebe es sicher Menschen, die wissen, wie man ihm diese Worte übermitteln kann, so der prämierte Regisseur.

Der Appell an Wladimir Putin

„Millionen Menschen auf beiden Seiten der Frontlinie träumen in diesem Moment einzig davon, dass das unzählige Töten von Menschen endlich aufhört“, sagte Swjaginzew. „Und der einzige Mensch, der diese Fleischwolf-Maschinerie stoppen kann, sind Sie, Herr Präsident der Russischen Föderation.“ Abschließend appellierte der Regisseur an Putin: „Beenden Sie endlich dieses Blutvergießen. Die ganze Welt wartet darauf.“

Zwischen Swjaginzews letztem Film und „Minotaur“ liegen neun Jahre. In dieser Zeit zog der Regisseur nach Frankreich. Dort unterzog er sich nach einer schweren Corona-Erkrankung einer Rehabilitation. Als Russland den Krieg gegen die Ukraine begann, entschied Swjaginzew, nicht nach Russland zurückzukehren. „Minotaur“ markiert den Bruch des Regisseurs mit dem Putin-Regime.

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