Experten begeistert

Bauarbeiter entdecken Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg

13.06.2026 – 18:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Sturmgeschütz „StuG III“: Das Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg soll im Museum der Bundeswehr in Dresden gezeigt werden. (Quelle: Kai Moorschlatt/dpa/dpa-bilder)

Bis April 1945 produzierte Rheinmetall fast 10.000 Sturmgeschütze „StuG III“. Ein gut erhaltenes Exemplar haben nun Bauarbeiter zufällig entdeckt.

Bauarbeiter sind beim Baggern auf dem Marineflugplatz Nordholz (Landkreis Cuxhaven) zufällig auf ein Sturmgeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Das nahezu vollständig erhaltene Panzerfahrzeug sei ein „historisch bedeutendes Fundobjekt“, sagte Mariel Kubatz von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. „In der Regel findet man eher Einzelteile.“

Experten bargen das 29 Tonnen schwere Gefährt Anfang Juni mit einem Kran. Im August soll das Wrack ins Deutsche Panzermuseum Munster (Heidekreis) gebracht und ausgestellt werden. Das Museum möchte das Sturmgeschütz genauer untersuchen und stabilisieren. Wie lange es dortbleiben wird, ist noch unklar. Perspektivisch soll das Fahrzeug im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden gezeigt werden.

Was ist ein Sturmgeschütz?

Das Sturmgeschütz „StuG III“ erinnert an einen Panzer, ist aber kleiner und wendiger. Es hatte keinen drehbaren Turm. Um die nach vorn zeigende Kanone auszurichten, musste das gesamte Fahrzeug wenden.

Die weißen Striche auf dem Kanonenrohr deuten darauf hin, dass das Sturmgeschütz tatsächlich im Krieg zum Einsatz kam. (Quelle: Kai Moorschlatt)

„Das war ein Bestseller“, sagte Henning Haßmann, Landesarchäologe beim Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (NLD). Der Rüstungskonzern Rheinmetall produzierte damals mehr als 9.300 Stück. Die Fahrzeuge wurden noch bis April 1945 gefertigt und ausgeliefert, um gegnerische Panzer abzuschießen.

Warum das Wrack im Sand verbuddelt war

Das nun gefundene Gefährt gehörte einer Brigade aus Nordholz, die vor allem in Frankreich stationiert war. Ob das Sturmgeschütz dort auch unterwegs war, ist noch unklar. Experten sind sich aber sicher, dass das Fahrzeug einige Zeit im Einsatz war. Davon zeugen mindestens 17 weiße Markierungen am Kanonenrohr. „Für jeden vernichteten Panzer hat man hier wohl offensichtlich eine solche Markierung angebracht“, erklärte Andreas Hüser, Leiter der Archäologischen Denkmalpflege im Landkreis Cuxhaven.

Henning Haßmann (r.), niedersächsischer Landesarchäologe, und Andreas Hüser, Leiter der Archäologischen Denkmalpflege Landkreis Cuxhaven, vor dem Wrack des „StuG III“. (Quelle: Kai Moorschlatt)

Die Archäologen gehen davon aus, dass die Alliierten das Fahrzeug kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Graben mit weiterem Militärzubehör vergruben. Bei den Ausgrabungen wurden noch Munitionsreste und kleinere Granatensplitter gefunden.

Was ein Blick ins Innere des „StuG III“ verrät

Das Sturmgeschütz war am Rande einer Böschung im trockenen Sand verbuddelt und ist deshalb hervorragend erhalten. An einigen Stellen lässt sich noch die Tarnfarbe erkennen, an einer Seite sieht das Fahrwerk fast wie neu aus. Experten gehen davon aus, dass die Laufrolle und die Räder noch kurz vor Kriegsende ausgetauscht wurden.

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