Deutschlandweiter Vergleich
In diesem Bundesland ist Sparen besonders schwer
05.10.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Laut einer bekannten Faustformel sollte man jeden Monat 20 Prozent des Nettoeinkommens sparen. Wie erfolgreich man damit ist, hängt auch vom Bundesland ab.
Wer in der Bundeshauptstadt Berlin lebt, der hat deutschlandweit die größten Schwierigkeiten beim Sparen. Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse des Broker-Vergleichsportals BrokerChooser. Verglichen haben die Finanzexperten alle 16 Bundesländer in Hinblick auf durchschnittliches Einkommen, Immobilienpreise, Konsumausgaben, Kraftstoffpreise und Sparquote.
Sparen fällt demnach auch den Bürgerinnen und Bürgern von Mecklenburg-Vorpommern (Rang zwei) und Sachsen (Rang drei) besonders schwer. Am einfachsten ist es der Analyse zufolge in Hessen, wo hohe Einkommen auf durchschnittlich niedrigere Fixkosten (Immobilienpreise und Konsumausgaben) treffen.
Berliner Immobilienpreise sind größte Belastung
Die größte Belastung für Berliner und Berlinerinnen sind die Immobilienpreise. Mit einem Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung von 4.870 Euro ist die Hauptstadt nahezu Spitzenreiter – nur in Hamburg liegen die Preise noch höher. Gleichzeitig liegt das verfügbare Einkommen pro Kopf in Berlin eher im Mittelfeld, das Brutto-Monatsgehalt ist sogar unter dem Niveau der meisten anderen Bundesländer.
Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben hingegen andere Schwierigkeiten, denn die Immobilienpreise sind vergleichsweise niedrig (1.835 Euro bzw. 1.989 Euro/Quadratmeter). Dafür weisen diese beiden Bundesländer die niedrigsten Monatsgehälter und verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen auf.
Das sind die vollständigen Ergebnisse aller Bundesländer:
| Rang | Bundesland | Brutto-Gehalt / Monat | Immobilienpreis / m² | Konsumausgaben / Monat | Verfügbares Einkommen pro Kopf / Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Berlin | 3.164 Euro | 4.870 Euro | 2.086 Euro | 27.595 Euro |
| 2 | Mecklenburg-Vorpommern | 2.843 Euro | 1.989 Euro | 2.105 Euro | 26.913 Euro |
| 3 | Sachsen | 2.905 Euro | 1.835 Euro | 2.115 Euro | 26.818 Euro |
| 4 | Sachsen-Anhalt | 2.899 Euro | 1.464 Euro | 2.083 Euro | 26.297 Euro |
| 5 | Schleswig-Holstein | 3.193 Euro | 3.015 Euro | 2.297 Euro | 30.247 Euro |
| 6 | Niedersachsen | 3.193 Euro | 3.015 Euro | 2.297 Euro | 30.247 Euro |
| 7 | Brandenburg | 2.927 Euro | 2.583 Euro | 2.120 Euro | 27.560 Euro |
| 8 | Thüringen | 2.922 Euro | 1.552 Euro | 2.100 Euro | 26.497 Euro |
| 9 | Bayern | 3.470 Euro | 3.736 Euro | 2.465 Euro | 33.204 Euro |
| 10 | Saarland | 3.260 Euro | 1.887 Euro | 2.079 Euro | 26.617 Euro |
| 11 | Bremen | 3.277 Euro | 2.789 Euro | 2.087 Euro | 26.542 Euro |
| 12 | Rheinland-Pfalz | 3.323 Euro | 2.450 Euro | 2.310 Euro | 30.519 Euro |
| 13 | Baden-Württemberg | 3.522 Euro | 3.460 Euro | 2.384 Euro | 31.966 Euro |
| 14 | NRW | 3.402 Euro | 2.921 Euro | 2.220 Euro | 29.197 Euro |
| 15 | Hamburg | 3.463 Euro | 5.453 Euro | 2.409 Euro | 32.004 Euro |
| 16 | Hessen | 3.509 Euro | 2.933 Euro | 2.375 Euro | 31.683 Euro |
Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass hohe Gehälter oder niedrige Wohnkosten alleine nicht darüber entscheiden, ob eine Person den finanziellen Spielraum hat, um wirklich monatlich Geld zur Seite zu legen. Entscheidend ist, dass eine Balance erreicht wird.
Sparer sollten erst den Notgroschen zur Seite legen
Adam Nasli von BrokerChooser empfiehlt Sparern, die trotz schwieriger finanzieller Bedingungen irgendwo anfangen wollen, mit kleinen Beträgen zu starten. „Bevor Geld investiert wird, sollten außerdem ausreichende Rücklagen für unerwartete Ausgaben vorhanden sein.“
Finanzprofis empfehlen in der Regel die Anwendung der Faustregel 50-30-20: 50 Prozent des Einkommens sollten für Fixkosten eingeplant werden, 30 Prozent für Freizeit, und 20 Prozent im Monat sollten zurückgelegt werden. Ob das wirklich in der Realität immer so funktionieren kann, ist allerdings umstritten.