Nach Stadtratsbeschluss
Bekommt Dresden einen neuen S-Bahnhof?
03.07.2026 – 16:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit der S-Bahn zum Zoo oder Dynamo-Spiel? Mit einer Station am Richard-Strauss-Platz wäre das möglich. Ob diese gebaut wird, hängt von einem anderen Großprojekt ab.
Der Dresdner Stadtrat unterstützt eine neue Bahnstation in der Seevorstadt: Am Richard-Strauss-Platz sollen künftig S-Bahnen halten. Mit 46 zu 11 Stimmen beschlossen die Stadträte Ende Juni einen Antrag der SPD-Fraktion. Die Stadtverwaltung muss nun bei Bahn, Bund und Land für Planung und Finanzierung der Station werben – und die nötigen Flächen sichern.
Letztlich aber entscheidet die Deutsche Bahn über neue S-Bahn-Stationen – nicht die Stadt. Der Stadtrat-Antrag soll aber Druck machen bei den Entscheidern, teilte die SPD-Fraktion mit.
Was würde ein neuer S-Bahnhof bringen?
Für das Projekt spricht hauptsächlich die Lage: Der Richard-Strauss-Platz liegt hinter dem Großen Garten, zwischen Hauptbahnhof und Strehlen. Zu Fuß zu erreichen vom Dresdner Zoo, dem Rudolf-Harbig-Stadion oder dem Weberbau der TU Dresden.
Die Stadtverwaltung prognostiziert einem S-Bahnhof am Richard-Strauss-Platz ein Potenzial von etwa 4.000 Fahrgästen, die dort täglich ein- und aussteigen. Zum Vergleich: Den Haltepunkt Bischofsplatz in der Neustadt nutzen täglich rund 3.200 Menschen.
Wie stehen die Chancen?
Die Hoffnung der Befürworter ruht auf der geplanten neuen Bahnstrecke von Dresden nach Prag. Für das Großprojekt will die Bahn auch die Gleisanlagen in Dresden umbauen. Das öffne ein Zeitfenster, den neuen Bahnhof gleich mit zu errichten – so argumentiert die SPD-Fraktion in ihrem Antrag.
Die Idee beschäftigt Dresden seit gut 30 Jahren. Schon in den 1990er Jahren tauchte die Station in der Verkehrsplanung der Stadt auf – damals unter dem Namen Strehlener Platz. Auf Wunsch der Deutschen Bahn wurde sie zurückgestellt. Mit dem Beschluss stellt sich der Stadtrat nun erstmals klar hinter das Projekt.










