Nur noch ein Viertel der Kosten
US-Staatsbürgerschaft abgeben wird billiger
17.03.2026 – 14:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Menschen wünschen sich die US-Staatsbürgerschaft, andere möchten sie loswerden. Das war bislang teuer.
Das US-Außenministerium hat die Gebühr für US-Amerikaner, die ihre Staatsbürgerschaft offiziell aufgeben wollen, um rund 80 Prozent gesenkt. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit mehreren Gruppen veröffentlichte das Ministerium im Bundesregister eine endgültige Regelung, mit der die Kosten von 2.350 US-Dollar (rund 2.040 Euro) auf 450 Dollar (390 Euro) gesenkt werden.
Die neue Gebühr, die am Freitag in Kraft trat, war bereits 2023 versprochen, aber nie umgesetzt worden. Die Kosten entsprechen nun denen aus dem Jahr 2010, als das Außenministerium erstmals Gebühren für die formelle Aufgabe der Staatsbürgerschaft durch US-Bürger einführte.
Der Verzicht auf die US-Staatsbürgerschaft kann ein aufwendiger und langwieriger Prozess sein. Antragsteller müssen einem Konsularbeamten des Außenministeriums wiederholt in mehreren schriftlichen und mündlichen Erklärungen bestätigen, dass sie sich der Folgen dieses Schrittes bewusst sind, bevor sie den formellen Verzichtseid ablegen dürfen. Anschließend muss der Antrag vom Ministerium geprüft werden.
Die Gebühr für den Vorgang war 2015 von 450 auf 2.350 Dollar erhöht worden, um die Verwaltungskosten zu decken. Die Zahl der Personen, die ihre Staatsbürgerschaft aufgeben wollten, unter anderem aufgrund neuer US-Steuermeldepflichten, war damals stark angestiegen. Die drastische Gebührenerhöhung stieß schnell auf erheblichen Widerstand von Gruppen wie der in Frankreich ansässigen „Association of Accidental Americans“ („Vereinigung der Zufalls-Amerikaner“). Sie vertritt im Ausland lebende Personen, deren US-Staatsbürgerschaft ausschließlich darauf zurückzuführen ist, dass sie in den Vereinigten Staaten geboren wurden.
Die Vereinigung hatte mehrere Klagen eingereicht, in denen sie die Verfassungsmäßigkeit der Gebühr anfocht, darunter eine noch anhängige Klage, in der argumentiert wird, dass die Aufgabe der Staatsbürgerschaft überhaupt keine Kosten verursachen sollte.
„Die Association of Accidental Americans begrüßt die Entscheidung, die die Notwendigkeit anerkennt, dieses Grundrecht allen zugänglich zu machen“, erklärte ihr Vorsitzender Fabien Lehagre in einer Stellungnahme. „Dieser Erfolg ist das direkte Ergebnis von sechs Jahren unermüdlicher juristischer Schritte und Lobbyarbeit.“
Vor Gericht erklärte der Verband, dass seit der Ankündigung zur Gebührensenkung im Jahr 2023 mindestens 8.755 Amerikaner die vollen 2.350 US-Dollar gezahlt hätten, um ihre Staatsbürgerschaft aufzugeben. Das Außenministerium legte keine Zahlen zur Gesamtzahl der Amerikaner vor, die ihre Staatsbürgerschaft aufgegeben haben.










