Nach Strafanzeige
Staatsanwaltschaft lehnt Ermittlungen gegen aktiven Pfarrer ab
28.01.2026 – 08:48 UhrLesedauer: 2 Min.
In einem Schreiben beschuldigt ein unbekannter Mann einen Pfarrer des sexuellen Missbrauchs. Das Bistum Aachen erstattet Anzeige – die Staatsanwaltschaft wird allerdings nicht ermitteln.
Die Staatsanwaltschaft Krefeld wird nach der Strafanzeige gegen einen aktiven Pfarrer des Bistums Aachen wegen sexuellen Missbrauchs keine Ermittlungen aufnehmen. Das teilte Oberstaatsanwältin Sonja Pelka auf Anfrage der Aachener Lokalredaktion von t-online mit. „Trotz sorgfältigster Prüfung ließen sich dem Vorbringen keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen strafbaren Verhaltens entnehmen“, so Pelka.
Ein bisher unbekannter Mann hatte zuvor ein anonymes Schreiben an das Bistum verfasst und von einem sexuellen Übergriff eines Pfarrers in den 2010er-Jahren berichtet. In dem Schreiben warf er dem Pfarrer vor, als Firmling von ihm missbraucht worden zu sein. Die Tat soll sich laut ihm in einer Jugendherberge außerhalb des Bistums zugetragen haben.
Das Bistum Aachen erstattete daraufhin Strafanzeige gegen den aktiven Pfarrer wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs.
Konsequenzen hatten die Vorwürfe für den Pfarrer laut der „Aachener Zeitung“ bisher ohnehin nicht. Er halte nach wie vor Gottesdienste, vollziehe Taufen und nehme Beichten ab, gehe aus Informationen im Internet hervor. Um welchen Pfarrer es sich handelt, wird nicht erwähnt. Eine Anfrage zu den Vorwürfen ließ er laut der Lokalzeitung bislang unbeantwortet.
Bis zum 31. Dezember 2025 sind dem Bistum Aachen eigenen Angaben nach 389 Betroffene von sexueller Gewalt bekannt. Man weiß namentlich von 152 Tätern, mutmaßlichen Tätern und Beschuldigten – darunter sind 137 Kleriker (Pfarrer, Kapläne, Patres, Diakone) und eine Ordensschwester. 14 Personen sind Nicht-Kleriker wie Erzieher, Hausmeister, Küster, Organisten, Religionslehrer oder ehrenamtlich Tätige.
