EU-Land greift bei Konzernmargen ein

Spritpreise: Kampf gegen „Trumpflation“

23.09.2026 – 23:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Zapfsäulen in Österreich: Das Nachbarland senkt die Spritpreise um mehr als zwölf Cent. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Wolfgang Undesser/imago)

In Österreich ist der Sprit billiger als in Deutschland. Ab Oktober senkt die Regierung in Wien nochmals den Preis.

In Österreich hat die Bundesregierung für Oktober und November eine neue Spritpreisbremse angekündigt. Beschlossen wurde, die bisherige Ermäßigung von zehn Cent auf 12,2 Cent pro Liter anzuheben. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern wäre das eine Ersparnis von sechs Euro.

Die Entlastung kommt durch eine Reduktion der Mineralölsteuer um 6,7 Cent und eine Reduktion der Gewinnmarge der Ölkonzerne um 3,5 Cent. Durch den damit verbundenen geringeren Betrag an Mehrwertsteuer beträgt der Gesamtbetrag 12,2 Cent.

Ob die Spritpreisbremse in der Alpenrepublik auch im Dezember noch gelten wird, soll zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden – abhängig von den Entwicklungen im Nahen Osten.

Kampf gegen „Trumpflation“

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) begründete den Schritt mit der Eskalation im Nahen Osten und einer damit verbundenen „Trumpflation“. Der Begriff beschreibt einen durch die Politik des US-Präsidenten angetriebenen Anstieg der Teuerung und der Lebenshaltungskosten. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sprach von einem Angriffskrieg des US-Präsidenten Donald Trump, der die Treibstoffpreise in die Höhe getrieben habe.

„Die Politik der Bundesregierung soll dazu beitragen, dass die Menschen in Österreich zukunftsfroh sein können“, sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in einer Mitteilung. Eine Spritpreisbremse war bereits im April eingeführt worden. Der Preis-Abschlag betrug zuletzt jedoch nur mehr wenige Cent, nun wird er wieder erhöht.

Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Spritpreise in Österreich um über 50 Cent gestiegen. Einen ähnlich starken Anstieg der Spritpreise gab es zuletzt Anfang 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

In Deutschland soll vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 14 Cent pro Liter gesenkt werden. Die Mehrwertsteuer eingerechnet ergibt sich laut Regierung an der Zapfsäule eine Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter. Dennoch ist der Sprit in Österreich günstiger. Hier werden 27 Cent weniger Steuern erhoben. Am Mittwoch lag der Preis für Benzin bei etwa 1,85 Euro, in Deutschland bei 2,34 Euro pro Liter. Außerdem kann das Land günstiger Sprit aus Nordafrika einkaufen.

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