Politiker fordern Preisdeckel
Spritpreise knacken Rekord
Aktualisiert am 15.09.2026 – 12:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Spritpreise in Deutschland klettern auf neue Rekordhöhen. Nun fordern prominente Politiker einen Preisdeckel an den Tankstellen.
Der Preis für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 hat einen weiteren Höchststand erreicht. Im Tagesdurchschnitt vom Montag wurden 2,286 Euro für den Liter fällig, wie der ADAC mitteilte. Das war gut ein Cent mehr als am Sonntag. Diesel kostete 2,412 Euro pro Liter und ist nur noch wenige Cent vom Rekordpreis entfernt. Verglichen mit Sonntag hat sich der Preisanstieg für beide Sorten etwas verlangsamt.
Mineralölkonzerne erwarten erst 2027 Normalisierung
Der Verband Fuels und Energie (En2x) rechnet erst im nächsten Jahr mit einer Normalisierung der derzeit rekordhohen Spritpreise. „Entscheidend ist jetzt die weitere Entwicklung, vor allem im Nahen Osten“, sagte Verbandssprecher Alexander von Gersdorff der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). „Käme es zu einem Friedensschluss, würden sich auch die Kraftstoffpreise allmählich beruhigen.“
Im Video | Riesiger Preissprung an der Tankstelle
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Aber selbst dann würde es bis zu einer völligen Marktnormalisierung „weit bis ins Jahr 2027“ dauern. Dies liege daran, dass „viel Raffineriekapazität verloren gegangen“ sei.
Die Benzinpreise hatten am Wochenende ein neues Allzeithoch erreicht, der Dieselpreis liegt knapp unter dem Rekordniveau. Grund hierfür ist der starke Anstieg des Ölpreises infolge der weiteren Eskalation im Iran-Krieg, der Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf die Islamische Republik begonnen hatte.
Berlins Regierungschef fordert Spritpreisdeckel
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner fordert die Bundesregierung auf, gegen die hohen Spritpreise an den Tankstellen vorzugehen. „Wir brauchen dringend einen Spritpreisdeckel, wie es ihn in anderen europäischen Staaten schon gibt. Die Bundesregierung muss die Menschen endlich nachhaltig entlasten“, so der CDU-Politiker auf der Plattform X.
Ähnliche Forderungen gab es jüngst unter anderem aus der SPD. So hat sich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dafür ausgesprochen und auf entsprechende Regelungen in Ländern wie Luxemburg, Polen oder Belgien hingewiesen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich bisher gegen einen Spritpreisdeckel ausgesprochen und plädiert stattdessen für Direktzahlungen an bestimmte Bevölkerungsgruppen. „Dies wäre eine Möglichkeit, schnell zu entlasten, aber dies gezielt zu tun, nämlich bei jenen Einkommensgruppen, die wenig oder gar keine Steuern zahlen“, sagte sie am Montag im Interview mit RTL/n-tv. Gleichzeitig zeigte sie sich offen für eine Senkung der Energiesteuern.