Spionage-Eklat bei Tesla Grünheide
Ermittler präsentieren brisantes Ergebnis
27.03.2026 – 11:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Spionage-Krimi bei Tesla: Schwere Vorwürfe erschütterten das Werk in Grünheide. Nun haben Ermittler den entscheidenden Beweis ausgewertet. Das Ergebnis bringt den Werksleiter in Erklärungsnot.
Im Rechtsstreit zwischen Tesla und der IG Metall gibt es eine Wende. Die Ermittlungsbehörden haben den Vorwurf der heimlichen Bildaufnahme gegen einen Gewerkschaftsvertreter als unbegründet zurückgewiesen. Zuvor hatte Tesla-Werksleiter André Thierig behauptet, eine Betriebsratssitzung sei illegal mitgefilmt worden.
Der heftige Schlagabtausch rund um das Tesla-Werk in Grünheide erreicht damit eine neue Stufe. Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) Ermittlungsverfahren gegen beide Seiten eingeleitet hatte, liegt nun ein zentrales Ergebnis vor. Der Spionagevorwurf gegen die IG Metall hat sich nicht bestätigt. „Alle diesbezüglichen Beschuldigungen von Tesla sind haltlos“, schreibt die Gewerkschaft.
Auslöser der Ermittlungen war ein Vorfall vom 10. Februar. Werksleiter André Thierig warf einem Gewerkschafter vor, eine Sitzung heimlich mit einem Laptop aufgezeichnet zu haben. Thierig sprach von Dutzenden Zeugen für diesen Verstoß gegen die Vertraulichkeit des Wortes.
Die technische Untersuchung durch die Brandenburger Behörden entlastet den Beschuldigten jedoch nun vollständig. Auf dem beschlagnahmten Laptop konnten keine Videoaufnahmen der besagten Sitzung gefunden werden. Die IG Metall hatte stets betont, das Gerät lediglich für ein schriftliches Protokoll genutzt zu haben.
IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto reagiert scharf auf die Entwicklungen. Tesla-Geschäftsführer André Thierig habe mit „dreisten Anschuldigungen“ eine Schmutzkampagne losgetreten, um die Betriebsratswahl zu beeinflussen. „Jetzt steht fest: Alle Vorwürfe waren falsch“, so Otto. Die Unternehmensleitung habe damit eine rote Linie überschritten: „Deutlicher kann ein Konzern nicht machen, dass er Demokratie im Betrieb nicht akzeptiert.“
Die Arbeitnehmervertreter hatten ebenfalls rechtliche Konsequenzen gezogen:
Hintergrund ist der jahrelange Konflikt um die Arbeitsbedingungen in der einzigen europäischen Tesla-Fabrik. Während die IG Metall für die rund 11.000 Beschäftigten in Grünheide einen Tarifvertrag fordert, lehnt Konzernchef Elon Musk solche Vereinbarungen strikt ab.










