„Frankreich ohne Franzosen“
Spanischer Politiker empört vor WM-Halbfinale
Aktualisiert am 13.07.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Am Dienstag treffen Spanien und Frankreich im WM-Halbfinale aufeinander. Vorab löste ein ehemaliger Ministerpräsident Spaniens Ärger aus.
Spanien gegen Frankreich – auf dieses Duell fiebern weltweit Millionen Fußballfans hin. Am kommenden Dienstag ist es im WM-Halbfinale soweit, und der Europameister trifft auf den Titelfavoriten. Neben der Vorfreude gibt es in den Ländern aber auch Unruhe. Grund dafür ist ein Gastbeitrag des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy (2011 bis 2018) für das katholische Online-Medium „El Debate“.
Frankreich verfüge über einen „Kader von höchstem Niveau“, schrieb Rajoy. Der konservative Politiker lobte die „Équipe Tricolore“ zunächst. „Sie haben jedes Spiel dieser Weltmeisterschaft gewonnen und führen aktuell die Fifa-Weltrangliste an. Sie verfügen über einen absoluten Spitzenkader“. Der Gegner sei in Topform, so Rajoy weiter. Aber dann: „Allerdings spielen dort keine Franzosen.“
Die Aussage löste eine Welle der Empörung aus. Denn in Frankreichs Kader stehen viele Spieler mit Migrationshintergrund. Rajoys Anmerkung wurde daher als rassistisch gewertet. „Das ist völlig inakzeptabel“, sagte etwa der französische Innenminister Laurent Nuñez am Sonntag gegenüber dem französischen Sender BFMTV. „Das entspricht überhaupt nicht dem, wofür Frankreich steht. Frankreich ist ein Land der Vielfalt, in dem sich jeder entfalten und seinen Platz finden kann.“
Olivier Faure, der Vorsitzende der französischen Sozialistischen Partei, erklärte, die französische Nationalmannschaft bestehe ausschließlich aus französischen Staatsbürgern. „Frankreich ist keine ethnische Nation. Frankreich hat keine Hautfarbe und keine Religion“, fügte er in einem Beitrag auf X hinzu. „Wir sind eine politische Nation, die sich um das republikanische Motto vereint – sehr zum Leidwesen der rassistischen Rechten.“
Im Video | Spieler verlässt unter Tränen den Platz
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Auch Rajoys Amtsnachfolger Pedro Sánchez übte deutliche Kritik an den Aussagen des 71-Jährigen. „Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen“, schrieb Spaniens Regierungschef auf X und fügte an: „Spanien gehört denen, die es lieben und mit Leben erfüllen. Nicht denen, die es mit fremdenfeindlichen Äußerungen in Verruf bringen. Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren.“










