Weil sie anderen nicht trauen, gehen paranoide Persönlichkeiten nur selten enge Beziehungen ein. Tun sie es doch, reagieren sie stark eifersüchtig und beschuldigen grundlos die Partnerin oder den Partner, sie hintergangen zu haben.

Schizoide Persönlichkeitsstörung: Distanziert, kühl, emotionslos

Charakteristisch für eine schizoide Persönlichkeitsstörung ist die distanzierte, kühle Art der Betroffenen. Sie zeigen weder intensive Freude noch andere Emotionen wie Wut oder Trauer. Auf Außenstehende machen sie dadurch einen gefühllosen, gleichgültigen und reservierten Eindruck. Schizoide Persönlichkeiten leben zurückgezogen und gelten als Einzelgänger. Nicht selten weisen sie gleichzeitig Merkmale einer paranoiden Persönlichkeitsstörung auf.

Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung legen keinen Wert auf soziale Normen. Sie gelten als eigenwillige oder exzentrische Personen, die oft mit anderen aneinandergeraten. Enge Bindungen gehen sie nur selten ein – und wenn, dann sind Konflikte vorprogrammiert: Partner und Freunde haben Probleme, mit der scheinbaren Gefühllosigkeit des Gegenübers umzugehen.

Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline: Rasche Gefühlswechsel

Rasche Gefühlswechsel und mangelnde Impulskontrolle sind typisch für die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Viele Fachleute unterscheiden zwischen zwei Typen: dem impulsiven Typ und dem Borderline-Typ.

Menschen vom impulsiven Typ sind emotional instabil. Ihre Stimmung kann von jetzt auf gleich umschwenken. Starke Gefühle wie zum Beispiel Wut können sie nicht kontrollieren, sodass sie zu impulsiven, mitunter aggressiven Verhaltensweisen neigen – insbesondere wenn sie von anderen kritisiert werden.

Wie die impulsiven Typen zeichnen sich Borderline-Persönlichkeiten durch mangelnde Impulskontrolle und starke Gefühlsschwankungen aus. Zusätzlich leiden sie unter einem mangelnden Selbstwertgefühl, was immer wieder zu emotionalen Krisen führt. Sie fühlen sich rasch gekränkt oder abgewiesen. Ihre Beziehungen sind sehr intensiv, wechseln jedoch rasch.

Borderline-Persönlichkeiten haben kein klares Selbstbild. Sie wissen nicht, was sie wirklich wollen. Manche fühlen sich zeitweise sich selbst oder der Umwelt gegenüber fremd (Depersonalisation bzw. Derealisation).

Viele Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung spüren einen starken inneren Druck, den sie durch selbstschädigendes Verhalten abzubauen versuchen (z. B. Schnittverletzungen, aber auch Suchtverhalten). Suizidandrohungen und -versuche kommen bei ihnen häufiger vor.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung: Rücksichtslos, empathielos, egoistisch

Menschen mit dissozialer (antisozialer) Persönlichkeitsstörung sind gesellschaftliche Normen und Regeln egal. Dies zeigt sich bereits im Schulalter, etwa in Form von Diebstahl, Schulschwänzen oder gewalttätigem Verhalten. Da sie sich rasch langweilen, suchen sie immer wieder Abwechslung, was sich durch häufige Partnerwechsel bemerkbar macht.

Dissoziale Persönlichkeiten gelten als verantwortungslos, rücksichtslos und egoistisch und werden auch als Soziopathen bezeichnet. Sie verhalten sich oft aggressiv und sind leicht reizbar. Sie können sich kaum in andere hineinversetzen beziehungsweise Mitgefühl empfinden. Sie nutzen ihre Mitmenschen aus oder manipulieren sie. Dabei haben sie keine Gefühle von Schuld oder Reue, wenn sie etwas Unrechtes getan haben. Männer erhalten die Diagnose häufiger als Frauen.

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