Kritik an Brüssel
Solar-Pionier meldet Insolvenz für zwei Gesellschaften an
11.10.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 1 Min.
Der Agri-PV-Pionier Next2Sun beantragt für zwei Töchter Insolvenz in Eigenverwaltung. Der Chef sieht die ausbleibende EU-Freigabe als zentralen Auslöser.
Der Solarspezialist Next2Sun aus dem saarländischen Dillingen hat für zwei seiner Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Anträge für die Next2Sun Technology GmbH und die Next2Sun Mounting Systems GmbH wurden am 5. Oktober beim Amtsgericht Saarbrücken eingereicht.
Das Unternehmen gilt als Pionier für Agri-Photovoltaik – senkrecht aufgestellte Solarmodule, die auf landwirtschaftlichen Flächen Strom erzeugen, ohne den Ackerbau zu verdrängen. Als Hauptursache der Krise nennt Geschäftsführer Sascha Krause-Tünker eine ausbleibende EU-Genehmigung: Eine Agri-PV-Förderung sei 2024 noch unter der Ampel von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden – die notwendige Freigabe aus Brüssel stehe bis heute aus. Die Folge: Aufträge brachen ein, die Umsätze halbierten sich binnen eines Jahres.
Nicht gesamte Gruppe betroffen
Den unmittelbaren Auslöser lieferte eine gescheiterte Kapitalrunde. Zwar lagen Ende September Zeichnungen und Finanzierungsangebote von über fünf Millionen Euro vor, zwei größere Investitionszusagen erwiesen sich jedoch als nicht ausreichend abgesichert. Am 2. Oktober erklärte das Unternehmen die Kapitalmaßnahme für gescheitert.
Die Insolvenz betrifft nicht die gesamte Gruppe: Next2Sun AG und Next2Sun Projekt GmbH sind nach aktuellem Stand nicht erfasst, laufende Projekte sollen weitergeführt werden. Die rund 140 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Österreich, Polen und Japan bangen dennoch um ihre Stellen – einen Personalabbau schließt Krause-Tünker nicht aus. Die Suche nach Investoren laufe.
