Deutschland über EU-Schnitt
So viele Menschen arbeiten im Homeoffice
22.04.2026 – 10:15 UhrLesedauer: 2 Min.
IT, Beratung, Verwaltung: In manchen Branchen ist Homeoffice längst Alltag. Warum gerade 35- bis 44-Jährige besonders oft vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten.
Ein Viertel aller Arbeitnehmer und Selbstständigen in Deutschland arbeitet zumindest gelegentlich im Homeoffice. Damit lag der Anteil im vergangenen Jahr leicht über dem EU-Durchschnitt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.
In den Niederlanden arbeiten demnach sogar 52 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause aus, in Schweden beträgt der Anteil 45 Prozent und in Luxemburg 43 Prozent. In Rumänien und Bulgarien (jeweils vier Prozent) und Griechenland (sieben Prozent) arbeiteten den Angaben zufolge anteilig die wenigsten Berufstätigen im Homeoffice.
Arbeiten im Homeoffice hat sich seit der Corona-Pandemie etabliert. 2021 waren es 25 Prozent der Erwerbstätigen, danach ging der Anteil wieder leicht zurück. Im Jahr 2023 lag er bei 23 Prozent, 2024 dann bei 24 Prozent, 2025 wieder bei 25 Prozent. Aktuell fordert etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund wegen der hohen Spritpreise mehr Homeoffice.
Im vergangenen Jahr arbeiteten 24 Prozent der Erwerbstätigen, die Homeoffice nutzten, ausschließlich von zu Hause aus, wie das Statistikamt mitteilte. 46 Prozent dagegen arbeiten weniger als die Hälfte ihrer Arbeitstage zu Hause.
Den höchsten Anteil unter diesen Erwerbstätigen hatten laut Statistikamt die 35- bis 44-Jährigen mit 30 Prozent. Hier dürften unterschiedliche private und berufsbedingte Faktoren eine Rolle spielen, erläuterte das Statistikamt – in den mittleren Altersjahren könne die Notwendigkeit, private Verpflichtungen mit dem Beruf zu vereinbaren, zu einer stärkeren Nutzung des Homeoffice führen. Bei den 25- bis 34-Jährigen waren es 28 Prozent, während es bei den 15- bis 24-Jährigen mit zehn Prozent am seltensten war.
Wie häufig Homeoffice genutzt wird, hängt sehr von der Branche ab. Weit verbreitet war das mobile Arbeiten in Deutschland 2025 bei IT-Dienstleistern, Verwaltungstätigkeiten und in der Unternehmensberatung mit einem Anteil von jeweils knapp drei Vierteln. In der Gastronomie konnten dagegen nur sechs Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause arbeiten.
Die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch, forderte ein Recht auf Homeoffice. Mit 25 Prozent der Erwerbstätigen sei das Potenzial, im Homeoffice zu arbeiten, „noch lange nicht ausgeschöpft“. Gerade für Frauen, „die im Durchschnitt immer noch den ganz überwiegenden Teil der Sorgearbeit erledigen, also etwa Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Arbeit im Haushalt, ermöglicht das Homeoffice Flexibilität bei der Vereinbarkeit“.
