Schmerzhafte Entzündungen
Wie sich Akne inversa von normalen Pickeln unterscheidet
Ann-Kathrin Landzettel
Aktualisiert am 22.02.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 4 Min.

Akne inversa ist eine Sonderform der Akne. Statt Pickeln und Mitessern bilden sich tiefe, schmerzhafte Knoten, Abszesse und Fisteln in der Haut.
Akne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine schwere, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der sich tiefe Entzündungen in der Haut bilden. Vorrangig in Bereichen mit Hautfalten entstehen schmerzhafte Knoten, Abszesse und Fisteln. Mit „normaler“ Akne vulgaris, die in der Pubertät auftritt, hat sie nichts zu tun.
Von „gewöhnlicher“ Akne oder Akne vulgaris sprechen Fachleute, wenn die Haut eine Vielzahl an offenen oder geschlossenen Mitessern (Komedonen), geröteten Papeln, eitrigen Pusteln und tieferliegenden, entzündeten Knötchen zeigt. Betroffen sind Körperstellen, die besonders viele Talgdrüsen besitzen, wie Gesicht, Rücken, Schultern und Dekolleté. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit ist Akne die häufigste Hautkrankheit bei Jugendlichen. Zwischen 15 und 30 Prozent der Jugendlichen haben eine mittelschwere bis schwere Akne. Ab einem Alter von ungefähr 20 Jahren bildet sich die Akne oft von selbst zurück.
Akne inversa tritt seltener auf. Schätzungen zufolge haben weltweit bis zu vier Prozent der Menschen eine Akne inversa. Bei Akne inversa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit schweren Entzündungsprozessen in den Haarfollikeln. Es bilden sich tiefe und schmerzhafte Knoten, Abszesse (Eiteransammlungen im Gewebe) und Fistelgänge (röhrenartige Hohlräume unter der Haut) im Gewebe. Akne inversa ist bislang nicht heilbar.
Die schmerzhaften Hautentzündungen treten in Schüben auf und zeigen sich vor allem im Bereich von Achselhöhlen, Leistengegend und Genitalregion. Sie können aber auch am Gesäß sowie am Oberkörper entstehen, vor allem in den Bauch- und Brustfalten. Zu Beginn der Erkrankung treten meist erbsengroße Knötchen auf – vor allem im Achsel-, Scham- und Leistenbereich sowie am Po und bei Frauen häufig unter den Brüsten.
Akne vulgaris und Akne inversa können bleibende Hautschäden und Narben hinterlassen. Allerdings sind die Hautveränderungen bei Akne inversa deutlich schwerwiegender. Großflächige Hautschäden und ausgeprägte Narben sind möglich. Durch die Schmerzen, die teils offenen Wunden sowie das verhärtete Narbengewebe sind die Bewegungsmöglichkeiten der Betroffenen oft stark eingeschränkt.
Unangenehm ist es auch, wenn sich Abszesse spontan entleeren. Ebenso kann ein unangenehmer Geruch auftreten. Die Erkrankung kann bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und zum sozialen Rückzug der Betroffenen führen.










