Im Gegensatz zu manchen Mitinvestoren tritt Wöhrl weniger als harter Einzelkämpfer auf. Sie will die Persönlichkeit der Gründer verstehen und achtet auf Ausdauer und die Zusammensetzung des Teams. „Mir ist wichtig, wie der Mensch ist, der hinter dem Produkt steht“, erklärte sie bereits in ihrer ersten Staffel. Sie prüfe, ob der Gründer für seine Idee kämpfe und „ausreichend Disziplin“ mitbringe. Eine gute Idee allein reiche nicht: Das Geschäftsmodell müsse funktionieren, der Kundennutzen erkennbar sein und das Team sich fachlich ergänzen.

Ihre eigentliche Stärke liegt in dem Netzwerk hinter ihr. Die Beteiligungen laufen überwiegend über das Family Office INTRO, das Erfahrungen aus Handel, Tourismus, Luftfahrt und Immobilien einbringt. Wöhrl stellte bei ihrem Einstieg klar: „Es war von Anfang an klar, dass es mich nur im Paket mit meinem Mann Hans Rudolf Wöhrl und meinem Sohn gibt.“ Ihr Mann ist seit Jahrzehnten als Unternehmer tätig, ihr Sohn Marcus führt die Hotelgruppe Dormero.

„Ein starker Partner sein“

Anders als Ralf Dümmel besitzt Wöhrl keine Organisation, die Produkte innerhalb weniger Wochen flächendeckend in die Regale bringt. Sie ist auch keine ausgewiesene Technologiespezialistin wie Frank Thelen. Ihre Stärke liegt darin, Firmen strategisch zu begleiten, Kontakte herzustellen und Marken langfristig aufzubauen. „Für mich persönlich ist es die Möglichkeit, Gründern ein starker Partner zu sein, um gemeinsam mit ihnen ein Unternehmen aufzubauen, das auch noch in vielen Jahren erfolgreich am Markt besteht“, beschrieb sie selbst ihren Ansatz.

Das zeigte sich etwa bei Löwenkind. Wöhrls Team half nach Angaben des Unternehmens, das Sortiment zu erweitern, neue Märkte zu erschließen und ein Netz aus Hebammen und Fachleuten aufzubauen. Nach fünf Jahren kaufte die Gründerfamilie ihre Anteile 2026 zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren die Produkte unter anderem bei dm, Müller, BIPA und BabyOne erhältlich.

Gruppenbild mit den DHDL-Investoren Georg Kofler, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel in der Jury der Vox-Start-up-Sendung. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Auch HappyPo zahlte sich aus. Wöhrl investierte 2017 rund 120.000 Euro und erhielt 25 Prozent der Unternehmensanteile. Vier Jahre später kaufte die Razor Group das Unternehmen. Der Preis blieb vertraulich, berichtet wurde jedoch über einen Millionenbetrag. „Rein unternehmerisch betrachtet, gehören Waterdrop, HappyPo oder Morotai zu unseren erfolgreichsten Unternehmen“, sagte Wöhrl im Jahr 2021.

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