Übungen nach der Geburt

Mit der Rückbildungsgymnastik wieder in Form


Aktualisiert am 15.08.2026 – 04:02 UhrLesedauer: 4 Min.

Rückbildungsgymnastik: Häufig werden Müttern spezielle Kurse angeboten. (Quelle: kzenon/getty-images-bilder)

Nach der Geburt braucht der Körper Zeit zur Erholung. Rückbildungsgymnastik hilft Müttern dabei, ihren Beckenboden und Halteapparat gezielt zu stärken.

Während der Schwangerschaft sollten werdende Mütter Schwangerschaftsgymnastik machen, um sich und ihrem Ungeborenem etwas Gutes zu tun. Doch ist es wirklich nötig, nach der anstrengenden Geburt und Alltag mit dem Neugeborenen weiterhin derartige Übungen durchzuführen?

Warum Rückbildungsgymnastik?

Viele junge Mütter glauben, dass die Rückbildungsgymnastik hilft, schnell abzunehmen und den Bauch zu straffen. Das ist jedoch nicht richtig. In einer Rückbildungsgymnastik werden der gesamte Halte- und Stützapparat des Körpers und besonders der Beckenboden auf sanfte Weise gekräftigt.

Anspannen, gegenhalten und entspannen: Das sind seine wichtigsten Funktionen. Klappt es mit dem Anspannen nicht, schließen die Muskeln um Harnblase und After nicht richtig, und man verliert unwillkürlich Urin oder sogar Stuhl.

Ohne Rückbildungsgymnastik sind spätere Probleme mit dem Beckenboden nicht selten. Diese können teilweise sogar erst nach nach zehn Jahren auftreten. Hierzu zählen beispielsweise

  • Inkontinenz,
  • Unterleibschmerzen und
  • die Senkung der Gebärmutter oder der Scheide.

Wann mit der Rückbildungsgymnastik beginnen?

Nach der Geburt steht das Baby im Mittelpunkt. Doch kurze Zeit später, wenn sich der Körper von den Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt erholt hat, sollte die Mutter auch wieder an sich und ihren Körper denken. Mit der Rückbildungsgymnastik kann zwei Monate nach der Geburt begonnen werden. So können frischgebackene Mütter etwas für sich selbst und ihr Wohlbefinden tun.

Bequeme Kleidung für die Übungen zu Hause

Die folgenden Übungen können Sie zwei- bis dreimal pro Woche durchführen. Dabei reichen bereits zehn Minuten Training pro Tag für ein besseres Körperempfinden. Zusätzlich können Sie schwimmen oder Spazieren gehen, einen Yoga-Kurs für Mütter belegen oder walken.

Damit die Kleidung Sie während der Übungen nicht stört, sollten Sie eine bequeme Hose und ein weiteres Oberteil tragen. Yoga-Kleidung ist ebenfalls geeignet. Wichtig ist, dass Sie sich wohl fühlen und die Übungen ohne Probleme durchführen können.

Entspannungsübung zum Einstieg

Vor der Rückbildungsgymnastik sollten Sie entspannen. Setzen Sie sich hierzu aufrecht in den Schneidersitz. Legen Sie Ihre Arme auf den Knien ab und schließen Sie Ihre Augen. Sollten Sie aufgrund der Geburt noch Schmerzen beim Sitzen verspüren, können Sie sich auf ein Kissen setzen oder seitlich hinlegen. Wichtig bei dieser Übung ist, dass Sie sich wohl fühlen und entspannen können.

Trainieren Sie Ihre Bauchmuskeln

Nach der Schwangerschaft sollten vor allem die Bauchmuskeln sanft trainiert und in Form gebracht werden.

Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand. Der Rücken ist grade, der Bauch flach und angespannt. Spannen Sie nun den Beckenboden an und ziehen Sie Ihren Bauchnabel zur Wirbelsäule, sodass Sie einen leichten Katzenbuckel machen. Gehen Sie anschließend wieder in die Ausgangsposition zurück. Durch diese Übung spannen Sie die Bauchmuskeln – auch die seitlichen – an. Halten Sie die Position für zehn Sekunden. Diese Übung sollten Sie etwa acht Mal hintereinander durchführen.

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