Bronzefarbener Wolkenkratzer
So soll Frankfurts neuer 170-Meter-Turm aussehen
21.08.2026 – 19:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor gut einem Jahr war noch offen, wie das geplante Hochhauspaar an der Gallusanlage aussehen soll. Jetzt steht der Siegerentwurf fest und die Stadt treibt das Projekt voran.
Frankfurts Skyline könnte um einen weiteren Wolkenkratzer wachsen. An der Gallusanlage 8 soll nach den Plänen der Stadt ein bis zu 170 Meter hoher Büroturm entstehen. Der Magistrat schlägt dafür vor, den Bebauungsplan „Neckarstraße“ zu ändern. Zuerst hatte die „Frankfurter Rundschau“ über den Plan berichtet.
Bevor die Planungen voranschreiten können, müssen die Stadtverordneten dem sogenannten Aufstellungsbeschluss zustimmen. Wann der Bau beginnen könnte, ist demnach noch offen.
Zwei Türme auf einem gemeinsamen Sockel
Grundlage der Planungen ist der Siegerentwurf von Ferdinand Heide Architekten. Er sieht einen bronzefarbenen Turm am Rande des Bahnhofsviertels vor, der aus zwei ineinandergeschobenen Baukörpern besteht. Durch einen Rücksprung von der Taunusstraße soll der Blick auf den denkmalgeschützten Silberturm möglichst wenig beeinträchtigt werden.
An der Neckarstraße ist zudem ein zweiter, rund 67 Meter hoher Wohnturm geplant. Beide Hochhäuser sollen auf einem gemeinsamen Sockel stehen. Geplant sind öffentlich zugängliche Angeboten zum Viertel.
Vorgesehen sind unter anderem ein Forum, ein Restaurant, eine Bar, Ausstellungsräume, ein Veranstaltungssaal und ein begehbarer Dachgarten. Eine Passage soll die Neckarstraße mit der Taunusstraße verbinden. Der genaue Verlauf und die künftigen Öffnungszeiten stehen allerdings noch nicht fest.
Wohnungen, Hotel und Kulturflächen geplant
Das gesamte Ensemble soll eine Bruttogrundfläche von rund 93.500 Quadratmetern umfassen. Etwa 60 Prozent davon sind für Büros vorgesehen, weitere 20 Prozent für ein Hotel. Mindestens zehn Prozent der Fläche sollen auf Wohnungen und 1,5 Prozent auf kulturelle Nutzungen entfallen.
Von der Wohnfläche sind 30 Prozent für geförderte Mietwohnungen vorgesehen. Weitere 15 Prozent sollen innovativen Wohnformen zugutekommen – etwa für Studierende, Auszubildende oder Senioren. Wie viele Wohnungen konkret entstehen und wie hoch die Mieten ausfallen könnten, ist noch unklar.
Ehemaliges Dresdner-Bank-Gebäude soll weichen
Dadurch wird allerdings die Bebauungsdichte erhöht. Die Nachteile dessen erlebt man in Frankfurt im Sommer, wenn die Hitze in der Stadt durch die von Gebäuden abgegebene Wärme angefacht wird. Einen Ausgleich soll hier mehr Grün schaffen. Zudem soll mindestens die Hälfte der Dachflächen intensiv begrünt werden.
Für das Projekt müsste allerdings das ehemalige Vorstandsgebäude der Dresdner Bank abgerissen werden. Eine öffentliche CO₂-Bilanz, die Abriss und Neubau berücksichtigt, liegt bislang nicht vor.
Die erste Bürgerbeteiligung ist bereits abgeschlossen. Nach einem möglichen Aufstellungsbeschluss muss der Bebauungsplan ausgearbeitet, öffentlich ausgelegt und schließlich von den Stadtverordneten beschlossen werden.