Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte bereits Ende März davor, dass die Energiekrise infolge des Krieges im Iran schlimmer werden könnte als in den 1970ern. Und auch der CEO von Shell, Wael Sawan, warnte bereits Ende März vor Benzinknappheit in Europa und erklärte: „Wir versuchen, die Regierungen auf Hebel aufmerksam zu machen, die sie ziehen müssen“.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am 20. April dann erklärt, den Nationalen Sicherheitsrat angesichts der Energiekrise „sehr zeitnah“ zusammenkommen lassen zu wollen. „Unser Ziel ist dabei klar: Die deutsche Wirtschaft und die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass die Versorgung mit zentralen Produkten wie etwa Diesel, Benzin, Flugbenzin gesichert bleibt“, zitierte ihn die „Tagesschau“ damals. Die Lage war zu dem Zeitpunkt demnach angespannt, die Versorgung allerdings gesichert.

Am 17. April hatte die IEA gewarnt, dass mehrere europäische Länder in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen könnten. Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, erklärte am 18. April noch, keine Gefahr eines Kerosinmangels in Deutschland zu sehen, während Finanzminister Lars Klingbeil sagte: „Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen.“

Reiche traf sich am 20. April dann doch mit Vertreterinnen und Vertretern der Flugbranche zu einem Gespräch über die Versorgung mit Kerosin in Deutschland. Europa importiert nach Daten der IEA 30 Prozent seines Bedarfs an Flugbenzin. Rund 75 Prozent der Einfuhren stammen aus dem Nahen Osten.

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