5.000 Soldaten
Diesen deutschen US-Stützpunkt hat Trump im Visier
Aktualisiert am 04.05.2026 – 16:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach Trumps Ankündigung eines Truppenabzugs aus Deutschland rückt ein bayerischer Standort in den Fokus. Nato-Kreise nennen ihn als wahrscheinlichsten Kandidaten.
Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, rund 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, ist weiter offen, welche Standorte betroffen sein könnten. In Nato-Kreisen wird jedoch vor allem ein Name genannt: Grafenwöhr in Bayern. Dies scheint sich nun wohl zu bestätigen, wie der BR auf Grundlage einer Quelle aus Kreisen der US-Armee berichtet.
In Grafenwöhr befindet sich der größte Truppenübungsplatz der US-Armee außerhalb der Vereinigten Staaten. Das Gelände liegt im Nordosten Bayerns und umfasst rund 230 Quadratkilometer. Insgesamt sind dort etwa 13.000 Soldaten stationiert. 5.000 Soldaten einer Brigade will die US-Regierung dort abziehen – nach Informationen des BR handelt es sich dabei um die Stryker-Brigade aus dem nahe gelegenen Vilseck. Auch die Bundeswehr nutzt den Standort für Übungen.
Thorsten Grädler, Bürgermeister von Vilseck, bezeichnet die Reaktion vor Ort im BR als „sehr emotional, ja. Ist schon heftig. Also, das trifft uns hart.“ Man müsse nun „alles Menschenmögliche in die Wege leiten, dass wir es vielleicht noch umschwenken können“.
Nach Angaben mehrerer Nato-Vertreter hätte ein Abzug aus Grafenwöhr voraussichtlich nur begrenzte Folgen für die militärische Sicherheit Deutschlands. Dort seien keine Einsatztruppen beheimatet. Die Bundeswehr verfüge zudem mit dem Gefechtsübungszentrum Heer in Sachsen-Anhalt über einen eigenen großen Übungsplatz.
Für die Oberpfalz wäre ein Abzug dennoch erheblich. Die US-Streitkräfte zählen dort zu den wichtigsten Arbeitgebern.
Als deutlich unwahrscheinlicher gilt in Nato-Kreisen ein größerer Abzug aus Ramstein in Rheinland-Pfalz. Die Airbase ist das zentrale Luftdrehkreuz der US-Streitkräfte in Europa. Dort sind rund 9.000 US-Soldaten stationiert. Zudem planen die USA weiterhin hohe Investitionen in die Infrastruktur des Standorts.
