Interne Strategie des ZDF enthüllt

Nimmt neue Satire-Show diese Gruppe ins Visier?


Aktualisiert am 08.10.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Florian Schroeder: Sein neues Format steht in den Startlöchern. (Quelle: Thomas Kierok/ZDF)

Das ZDF hat den Kabarettisten Florian Schroeder für eine neue Satire-Show angeheuert. Jetzt enthüllt ein Medienbericht die angebliche Strategie hinter dem Format.

Beginnt mit Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“-Abschied ein neues Satire-Kapitel beim öffentlich-rechtlichen Sender aus Mainz? Verschiebt sich gar die politische Stoßrichtung – und zwar von links nach rechts? So berichtet es die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf ein internes Strategiepapier des Senders. Im Fokus: Die neue Satire-Show von Florian Schroeder, die unter dem Titel „Journal Deluxe“ ab Ende Oktober auf Sendung geht.

Die „SZ“ zitiert aus dem Bericht etwa diese Formulierungen zur Ausrichtung der Sendung: „Die Show versteht sich als Contrapunkt zu allen gängigen Comedy-Formaten und setzt an bei der Kritik an denen, die sonst selten kritisiert werden: Grüne, Linke und Co.“ Als mögliche Gäste sollen in dem internen Dokument AfD-Chefin Alice Weidel, Tech-Milliardär Peter Thiel oder die Russland-Apologetin Gabriele Krone-Schmalz genannt werden.

Für „Vermeider des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“

Das Format solle „Diskurserweiterung“ und „Perspektivwechsel“ bieten und „Echokammern“ aufbrechen. Eine der Zielgruppen der Sendung seien „Vermeider des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.

Mit Jan Fleischhauer hat das ZDF bereits 2025 eine Talkshow ins Programm genommen, die auf ein konservatives Publikum zielt und einen Gastgeber im Angebot hat, der dem rechten Lager zuzuordnen ist. Das ZDF stellte die Show vergangenes Jahr mit den Worten vor, sie sei eine „Ergänzung etablierter Diskussionsformate“.

Bei Florian Schroeder klingt das jetzt ähnlich. Soll der 47-jährige Kabarettist so etwas wie der Dieter Nuhr des ZDF werden? Vier Folgen sind zunächst geplant, die erste davon ist ab dem 29. Oktober 2026 zu sehen. Der Sender selbst hatte dies Ende September verkündet und das Format als „anarchisch, verspielt und zugänglich“ beschrieben. In der Pressemitteilung hieß es unter anderem, Schroeder werfe Fragen auf wie: „Wo stellen Grüne die Brandmauer hin, wenn der Handwerker erkennbarer AfD-Sympathisant ist?“

Schroeder soll „neue Satirefarbe“ liefern

Florian Schroeder selbst kündigte an: „Es erwartet uns eine neue Satirefarbe, die es so bisher nicht gibt. Eine, die liberaler ist, eine, die keine Scheuklappen aufsetzt, eine, die neue Stimmen zu Wort kommen lässt und selbst eine neue Stimme ist.“

Schon damals horchten einige Beobachter bei diesen Worten auf und fragten sich, ob Florian Schroeder damit meine, er sei anders als Jan Böhmermann, aber auch als Oliver Welke von der „heute-show“. Letztere erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit.

Böhmermann hingegen wird seine freitägliche Show „ZDF Magazin Royale“ nach sechs Jahren aufgeben. Dies hatte der Sender nur wenige Tage vor Bekanntgabe der neuen Florian-Schroeder-Show bestätigt – und zugleich ausgeschlossen, dass der Start von „Journal Deluxe“ und das Ende einer anderen Show in einem „ursächlichen Zusammenhang“ stünden.

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