Gebäude stürzen ein, zahlreiche Tote und Vermisste
Kolumbien ruft nach Erdbeben landesweiten Notstand aus
Aktualisiert am 11.08.2026 – 03:25 UhrLesedauer: 3 Min.
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Kolumbien wird von einem starken Erdbeben getroffen. Aus dem ganzen Land werden Schäden gemeldet.
Nach dem schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten in Kolumbien ist das ganze Ausmaß der Katastrophe noch nicht absehbar. Kolumbiens rechtsgerichteter Präsident Abelardo de la Espriella rief einen landesweiten Notstand aus. Alle institutionellen Kapazitäten würden mobilisiert, um angemessen auf die Katastrophe reagieren zu können, sagte De la Espriella, der erst seit drei Tagen im Amt ist.
Rettungskräfte suchten in eingestürzten Gebäuden nach Überlebenden. Bei dem Beben der Stärke 7,4 kamen nach Angaben vom Montag mindestens 111 Menschen ums Leben. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Zahlreiche Menschen wurden unter Trümmern vermutet.
Auch die offizielle Zahl der Verletzten dürfte weiter ansteigen. Der Präsident sprach zunächst von 87 Verletzten. Die Gouverneurin von Valle del Cauca, Dilian Franco, wiederum nannte in einem Interview mit Blu Radio die Zahl von mehr als 550 Verletzten allein in ihrer Region im Südwesten. In Chocó wurden laut Gouverneurin Nubia Córdoba-Curi 119 Menschen verletzt.
Gebäude stürzen ein, Schulen und Krankenhäuser beschädigt
„An erster Stelle steht die Rettung der Menschen, die unter den Trümmern begraben sind“, sagte der Staatschef. Mehr als 1.500 Wohnhäuser wurden offiziellen Angaben zufolge in mehreren Städten schwer beschädigt, darunter in Pereira, Cali und Manizales. Rund 60 Gebäude stürzten vollständig ein, wie De la Espriella sagte. Allein in der Stadt Pereira starben nach Angaben des Bürgermeisters Mauricio Salazar rund 55 Menschen. Dort seien 18 Gebäude eingestürzt und 60 weitere beschädigt worden.

Anwohner helfen bei der Suche nach Überlebenden
„Wir haben hier ein vierstöckiges Gebäude, das vollständig eingestürzt ist. Wir haben bereits drei Personen lebend bergen können“, sagte in Cali der diensthabende Feuerwehrchef im Viertel La Alameda gegenüber dem Sender „Caracol“. Zahlreiche Anwohner helfen demnach bei der Suche nach Erdbebenopfern in den Trümmern.
Beschädigt wurden laut dem Präsidenten ebenfalls 18 Krankenhäuser und 52 Schulen. Die Stromversorgung sowie Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sind dem Präsidenten zufolge wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb. In Manizales wurde auch die Kathedrale schwer beschädigt.
Schwerstes Erdbeben des Jahrhunderts in Kolumbien
Das Epizentrum des Bebens lag laut dem Kolumbianischen Geologischen Dienst (SGC) nahe San José del Palmar im westkolumbianischen Departamento Chocó. „Es handelt sich um das stärkste Erdbeben, das im 21. Jahrhundert in Kolumbien registriert wurde“, teilte der SGC mit.
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