Im Rahmen der Bemühungen, Wasserknappheit zu bekämpfen und die Klimaresilienz zu stärken, orientieren sich viele Städte an Schwämmen, indem sie in Zeiten starker Regenfälle Regenwasser speichern. Dieser Ansatz verhindert Überschwemmungen oder begrenzt deren Auswirkungen und stellt in den Sommermonaten mehr Wasser zur Kühlung und Bewässerung bereit.

Weltweit gesehen sind Schwammstädte noch relativ selten, aber einige Städte in Deutschland haben sich der Herausforderung gestellt, darunter auch Berlin. Es gibt drei Stufen, um Schwammstädte Wirklichkeit werden zu lassen: kurz gesagt, grüne, blaue und graue Infrastruktur.

Kombination grüner, blauer und grauer Infrastruktur

Zur grünen Infrastruktur gehören Parks, begrünte Fassaden wie das Gebäude Kö-Bogen-2 in Düsseldorf und begrünte Dächer, die sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreuen. Im Jahr 2024 verfügten beispielsweise fast 13 % der Neubauten in Deutschland über Gründächer. München setzt eine neue Schwammstadt-Philosophie um, die Grünflächen, Baumplantagen, große Pflanzgruben für Stadtbäume und Gründächer kombiniert.

Blaue Infrastruktur befasst sich mit Wasser, von Versickerungsgräben und künstlichen Seen bis hin zu Feuchtgebieten mit Überschwemmungswiesen und Wasserrückhaltebecken. Das Ökoquartier Pfaffenhofen in Süddeutschland hat gezeigt, dass es möglich ist, Quartiere zu bauen, in denen Wasser abfließen kann, ein Prozess, der auf Deutsch als „Entsiegelung“ bekannt ist. Das Niederschlagswasser in Pfaffenhofen fließt nun aus Straßenrinnen in Zisternen und Versickerungsgräben oder in die renaturierte Ilm.

Bei der grauen Infrastruktur handelt es sich um Gebäude wie Sickergruben, Zisternen und wasserdurchlässige Pflastersteine ​​wie offene Fugensteine. Bei Neubauprojekten in Berlin muss nun sichergestellt werden, dass der Großteil des Wassers durch Versickerung, Speicherung oder Verdunstung entsorgt wird. Der Technologiepark und Wohnbezirk Adlershof beispielsweise leitet kein Wasser in die Kanalisation ein. Stattdessen wird Wasser in Versickerungsgebiete geleitet. Wasser kann auch in Wege und Gehwege versickern.

Zwar erfordert das Schwammstadt-Konzept eine neue Denkweise und Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen, doch dieser einfache Weg zur Klimaresilienz erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Letztendlich bieten Schwammstädte den Menschen sowohl in Dürre- als auch in Überschwemmungszeiten viele Vorteile.

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