Möglicher Schlaganfall-Auslöser
Für wen Koffein riskant sein kann
11.08.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Kaffee, Tee oder Cola gehören für viele zum Alltag. Doch koffeinhaltige Getränke könnten bei bestimmten Menschen kurzfristig das Schlaganfall-Risiko erhöhen.
Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zählen zu den häufigsten Ursachen für Todesfälle und Behinderungen. Auch bei jüngeren Erwachsenen nimmt dieses Risiko immer mehr zu. Bei Schlaganfällen führen Forscher diesen Anstieg zu einem großen Teil auf sogenannte kryptogene ischämische Schlaganfälle zurück. Diese entstehen, wenn ein Gefäß im Gehirn verstopft und dadurch die Sauerstoffversorgung gestört wird, ohne dass Ärzte eine eindeutige Ursache dafür finden. Verschiedene Lebensstilfaktoren werden derzeit als Auslöser diskutiert.
Ein internationales Forschungsteam hat nun untersucht, ob Koffein aus Kaffee, Tee und Cola als kurzfristige Auslöser eines solchen kryptogenen ischämischen Schlaganfalls infrage kommt. Dabei zeigte sich ein teils starker Zusammenhang. Und offenbar spielt auch eine Rolle, wie regelmäßig die Betroffenen normalerweise Koffein zu sich nehmen. Die Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im „Journal of Neurology“.
Kaffee, Tee und Cola im Check
Für ihre Analyse werteten die Wissenschaftler die Daten von 598 Menschen zwischen 18 und 49 Jahren aus. Alle hatten erstmals einen kryptogenen ischämischen Schlaganfall erlitten.
Innerhalb von zwei Wochen nach dem Schlaganfall beantworteten sie detaillierte Fragen zu ihrem Konsum von Kaffee, koffeinhaltigem Tee (vor allem Oolong, Schwarzer und Grüner Tee) und Cola. Die Forscher wollten unter anderem wissen, wie häufig die Teilnehmer diese Getränke normalerweise konsumierten und wann sie zuletzt vor dem Schlaganfall davon getrunken hatten.
Anschließend verglichen die Wissenschaftler den Konsum unmittelbar vor dem Schlaganfall mit dem sonst üblichen Konsum derselben Person. Dadurch diente jeder Teilnehmer gewissermaßen als eigene Vergleichsperson.
Tee als kurzfristiger Auslöser von Schlaganfällen überrascht
Das Ergebnis: In den zwei Stunden vor dem Schlaganfall hatten die Betroffenen häufiger Kaffee, Tee oder Cola getrunken, als es ihrem üblichen Konsum entsprach. Daraus ergibt sich laut den Forschern ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Konsum dieser Getränke und dem Auftreten eines kryptogenen Schlaganfalls.
Nach Kaffee lag das sogenannte relative Risiko bei 2,15. Bei Tee errechneten die Forscher einen Wert von 4,89 und bei Cola von 3,70. Am stärksten fiel der statistische Zusammenhang damit bei Tee aus. Allerdings zeigten sich große Schwankungen bei dem relativen Risiko, wodurch die Aussage hier – ebenso wie bei Cola – deutlich unsicherer ist als bei Kaffee.
Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass Kaffeetrinker grundsätzlich ein doppelt so hohes und Teetrinker ein fast fünfmal so hohes Schlaganfall-Risiko haben. Sie zeigen vielmehr: Bei den untersuchten Patienten trat der Schlaganfall innerhalb von zwei Stunden nach dem Konsum von Kaffee, Tee oder Cola häufiger auf, als aufgrund ihres üblichen Konsums zu erwarten gewesen wäre. Die Forscher sehen darin einen Hinweis darauf, dass koffeinhaltige Getränke bei bestimmten Menschen als kurzfristiger Auslöser eine Rolle spielen könnten.
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