Schlagerstar über seinen größten Hit
Klaus Baumgart: „Das kostete mich im Nachhinein Millionen“
16.04.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.
„An der Nordseeküste“ verkaufte sich millionenfach. Noch heute wird auf Volksfesten dazu gesungen und geschunkelt. Von den Einnahmen sieht Klaus Baumgart nur einen Teil.
Der Song „An der Nordseeküste“ machte Klaus Baumgart und seinen damaligen Partner Klaus Büchner als Duo Klaus & Klaus berühmt. Die Entstehungsgeschichte des berühmten Liedes hat eine Seite, die den Sänger bis heute beschäftigt. Das hat er nun im Gespräch mit „Bild“ erzählt.
Demnach war das Lied 1985 „eigentlich nur als Albumfüller gedacht“. Statt den Song selbst zu produzieren, griff man daher auf ein Playback aus den Niederlanden zurück, „samt Autoren- und Verlagsrechten in den Niederlanden“, so Baumgart. Dieser sagte weiter: „Das Lied war in Holland ein Mega-Flop, wir haben dann einen Monsterhit daraus gemacht.“
Die Konsequenz: Vier niederländische Autoren kassierten mit. Sie verdienten daran so viel, sagte Baumgart, „dass sie heute nicht mehr arbeiten müssen. Sie bekommen bis an ihr Lebensende Gema-Gebühren. Ein Dankesschreiben kam nie.“ Der 71-Jährige fasste es jetzt so zusammen: „Hätten wir das Lied selbst produziert, wären alle Rechte bei uns gewesen. Ein Fehler – mein größter Hit kostete mich im Nachhinein Millionen.“
Bezüglich seines größten Hits teilte Baumgart auch eine besondere Erinnerung. Unwissend, was das Publikum anging, trat die Band 1988 in Husum auf – bei einem Rockertreffen. „Als wir den ersten Titel sangen, gab es keine Reaktion. Wir dachten, wir müssen durch den Hinterausgang flüchten. Dann spielten wir ‚Nordseeküste‘. 2.000 Rocker lagen sich zwanzig Minuten in den Armen“, erzählte Klaus Baumgart. Dem fügte er an: „Wir wurden gefeiert wie die Rolling Stones und nachts mit 60 Motorrädern ins Hotel eskortiert!“
Bekannt war Klaus Baumgart auch als „Der Dicke Klaus“. Dahinter steckte sogar eine vertragliche Regelung: „Ich musste damals im Künstlervertrag unterschreiben, dass ich nicht unter 100 Kilo wiegen darf und Klaus Büchner nicht über 100 Kilo. Sodass das Dick-und-Doof-Image erhalten bleibt.“











