Erstmals seit drei Jahren

Nach tagelangem Streit: Änderung bei den French Open

31.05.2026 – 13:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Naomi Osaka: Die viermalige Grand-Slam-Siegerin fällt auch mit ihren Outfits auf. (Quelle: Thibault Camus/AP/dpa/dpa-bilder)

Erstmals seit drei Jahren wird ein Frauenmatch bei den French Open in der Nightsession angesetzt. Die Entscheidung folgt nach langer Diskussion.

Bei den French Open in Paris ist das Achtelfinale zwischen der Weltranglistenersten Aryna Sabalenka und der viermaligen Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka für die Nightsession am Montagabend angesetzt worden. Es ist das erste Frauenmatch in der Primetime des Turniers seit 2023 – und das Ende einer tagelangen Debatte über Gleichberechtigung im Spielplan.

Seit der Einführung der Nightsession im Jahr 2021 ist es erst das fünfte Mal, dass zwei Spielerinnen den Abendslot auf dem Court Philippe Chatrier belegen. Zuletzt war das beim Duell zwischen Sabalenka und der Amerikanerin Sloane Stephens der Fall. In den Jahren 2024, 2025 und bislang auch 2026 standen dort ausschließlich Männermatches auf dem Programm. Das hatte Kritik ausgelöst.

Deutliche Kritik von Boris Becker

Tennis-Legende Boris Becker äußerte sich bei Eurosport deutlich: „Ich verstehe es auch nicht.“ In Zeiten der Gleichberechtigung „müssen auch mal die Damen abends ran, egal, wie lang das Match ist.“ Den Hauptgrund für die Zurückhaltung der Veranstalter benannte er ebenfalls: „Die Veranstalter haben Schiss, dass ein Damenmatch nach einer Stunde rum ist.“

Amélie Mauresmo: Die ehemalige Weltranglistenerste und Turnierdirektorin verteidigt den Mangel an Frauenmatches in der Nightsession. (Quelle: Matthieu Mirville/imago-images-bilder)

Frauen brauchen zwei Gewinnsätze zum Weiterkommen – ein Match kann so bereits nach rund einer Stunde enden. Bei den Männern im Best-of-five-Modus ist das ausgeschlossen. Tickets für die Nightsession kosten zwischen 60 und 280 Euro.

Turnierdirektorin rechtfertigt sich

Turnierdirektorin Amélie Mauresmo ist selbst frühere Weltranglistenerste. Sie musste sich zuletzt rechtfertigen und stellte klar: „Es geht ganz sicher nicht darum, dass die Frauen es nicht verdient hätten, in der Abendsession zu spielen. Es ist keine Frage des Könnens.“ Zugleich räumte sie ein: „Die Spielzeit wird selbstverständlich berücksichtigt. Wir müssen die 15.000 Zuschauer, die zu den Abendspielen anwesend sein werden, im Blick behalten.“ Änderungen am Format – etwa zwei Frauenmatches am Abend oder je ein Frauen- und ein Männermatch wie bei den Australian Open und US Open – schloss Mauresmo für die laufende Ausgabe aus: „Das System mit einem einzigen Abendspiel bleibt unverändert.“

Osaka zeigte sich von der Debatte unbeeindruckt. Die Japanerin sagte: „Mir ist es wirklich egal, auf welchem Platz oder zu welcher Uhrzeit ich spiele.“ Sie hätte aber nichts dagegen, auch mal so ein „Popcorn-Match“ zu bestreiten. Am Montagabend bekommt sie genau das.

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