Putin treibt Oppositionelle ins Ausland

Deutschland bei russischen Exilanten besonders beliebt

Aktualisiert am 06.10.2026 – 12:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Demonstration russischer Oppositioneller in Barcelona (Archivbild): Sie protestierten gegen Putins Krieg in der Ukraine. (Quelle: IMAGO/Lorena Sopêna/imago)

Putins Krieg treibt nicht nur viele Menschen aus der Ukraine in die Flucht. Auch russische Regimekritiker verlassen ihre Heimat. Ein Staat ist bei den russischen Oppositionellen besonders beliebt.

Von Ende 2021 bis Ende 2025 stieg die Zahl der russischen Staatsangehörigen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis in EU-Ländern um fast 105.000 von 772.000 auf rund 877.000 Menschen an. Das entspricht einem Zuwachs von rund 14 Prozent.

Entsprechende Zahlen meldete das Projekt „Wolna“ unter Berufung auf Daten der Luxemburger EU-Behörde Eurostat. Die meisten russischen Exilanten mit befristeter oder dauerhafter Aufenthaltserlaubnis lebten demnach Ende 2025 in Deutschland (218.000), Spanien (117.000) und Estland (78.000).

Unmittelbar nach dem Überfall der Armee von Kremlchef Wladimir Putin auf die Ukraine hatten viele Russen ihre Heimat verlassen, etwa über den Landweg in die Nachbarländer Finnland und Estland oder mit dem Flugzeug über die türkische Stadt Istanbul und von dort weiter in die EU. Unterstützt vom Auswärtigen Amt hatten Städte wie Berlin auch ein Unterstützerprogramm für Exilanten aufgelegt, etwa durch befristete Wohnungsangebote.

Die EU-Kommission erneuerte erst im März dieses Jahres ein Programm für Exiljournalistinnen und -journalisten aus Belarus und Russland. Das Projekt baut auf zwei vorherigen Programmen aus den Jahren 2023 und 2025 auf und bietet juristische Unterstützung, Visahilfen, psychologische Betreuung und ein europaweites Netzwerk von Medienzentren in sogenannten Media Hubs.

Unter den Geflohenen aus Russland sind auch zahlreiche Prominente. So etwa Pawel Talankin. Der Lehrer aus Russland wurde in diesem Jahr für seinen Film „Ein Nobody gegen Putin“ mit dem Oscar ausgezeichnet.

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