Insolvenzverfahren eröffnet
Gewürzkette mit 25 Läden in Deutschland ist insolvent
Aktualisiert am 06.10.2026 – 12:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Gewürzfirma Violas‘ steckt schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Jetzt ist das Insolvenzverfahren eröffnet.
Die Gewürz- und Feinkostkette Violas‘ betreibt in Deutschland 25 Läden in 20 Städten, darunter in Hamburg, Köln, Berlin und Essen. Doch schon im August geriet das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage. Das Amtsgericht Hamburg hat nun ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Violas‘ GmbH eröffnet. Das Verfahren läuft seit dem 1. Oktober.
Einem Bericht von „Bild“ zufolge soll ausschließlich die Zentrale betroffen sein. Franchisenehmer sollen demnach weiterhin beliefert und der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden.
Bereits Anfang August hatte das Gericht eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Geschäftsführerin Viola Fuchs nannte dem „Hamburger Abendblatt“ damals unter anderem gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal als Belastung. Hinzu komme eine schwache Konsumstimmung.
Doch die Maßnahmen haben offenbar keinen Erfolg gebracht. Gläubiger können ihre Forderungen nun bis zum 2. November beim Insolvenzverwalter anmelden. Zum Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm ernannt.
Die Violas‘ GmbH wurde am 11. November 1997 von Viola Fuchs ins Leben gerufen. Das Familienunternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück: Bereits in dritter Generation stellt die Familie Gewürze und Spezialitäten in einer kleinen Manufaktur in Hamburg her. Heute werden die Filialen von Franchisenehmern geführt.
Weiterhin Hoffnung auf Sanierung des Unternehmens
Für den 2. Dezember hat das Amtsgericht Hamburg eine Gläubigerversammlung angesetzt. Dort soll der Insolvenzverwalter über das Verfahren berichten. Die Gläubiger können unter anderem über den weiteren Fortgang beraten. Laut Gericht kommen dabei beispielsweise eine Fortführung, ein Insolvenzplan oder auch eine Stilllegung infrage.
Ziel bleibt es, den Geschäftsbetrieb über eine Investorenlösung zu sanieren. Ob es dazu kommt, ist allerdings offen. Dafür würden derzeit Gespräche mit Interessenten intensiv fortgesetzt, teilte Insolvenzverwalter Böhm in einer Mitteilung mit, aus der „Bild“ zitierte. Die Gehälter der rund 25 Beschäftigten würden nun erneut vom Unternehmen gezahlt, nachdem der dreimonatige Bezug von Insolvenzgeld ausgelaufen sei. Zudem sei ausreichend Liquidität für eine weitere Fortführung des Geschäfts vorhanden, so Böhm.
