Rune Mields gestorben

Sie gestaltete schon früh ihr eigenes Grab

30.06.2026 – 01:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Malerin Rune Mields ist im Alter von 91 Jahren gestorben. (Quelle: Michael Boettcher/dpa/Galerie Andrae)

Die Malerin Rune Mields machte sich vor 60 Jahren einen Namen in einer damals noch stark von Männern dominierten Kunstwelt. 1992 gestaltete sie bereits ihr Grab. Nun ist sie hochbetagt gestorben.

Die Konzeptkünstlerin Rune Mields ist im Alter von 91 Jahren in Köln gestorben. Das bestätigten ihr Sohn und ihre Galeristin Judith Andreae der Deutschen Presse-Agentur. Demnach schlief sie am Samstag „friedlich ein“. „Wir verlieren eine Künstlerin, die sich vehement dafür einsetzte, die Rolle der Frauen in der Kunst in einer damals von Männern dominierten Kunstwelt ins Bewusstsein zu rufen und zu stärken“, so Andreae.

Auf ihren eigenen Wunsch hin werde Mields in der Künstler-Nekropole Kassel beigesetzt. Das Grab auf dem Künstler-Friedhof unweit von Schloss Wilhelmshöhe hatte sie 1992 selbst gestaltet.

Mields, die 1935 in Münster geboren wurde, absolvierte eine Lehre als Buchhändlerin, bevor sie sich als Autodidaktin der Kunst zuwandte. Ihr Schaffen umspannt mehr als 60 Jahre. Das besondere Interesse der Künstlerin galt der Bedeutung von Zahlen und Zeichen in den unterschiedlichsten Weltkulturen.

Vielfach ausgezeichnete Documenta-Teilnehmerin

1977 nahm sie an der Documenta in Kassel teil. Eine Gastprofessur an der Hochschule der Künste in Berlin und ein Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom prägten die 80er Jahre. Im Jahr 2000 wurde Mields für ihr Lebenswerk und ihr Engagement für andere Künstlerinnen und Künstler mit dem Gabriele-Münter-Preis ausgezeichnet.

Zu ihrem 90. Geburtstag widmete ihr das Kunstmuseum Bonn im vergangenen Jahr einen Raum in seiner Sammlungspräsentation. 2027 gibt es nach Angaben von Galeristin Andreae in der Kunsthalle Gießen und im Museum Morsbroich in Leverkusen eine Ausstellung, die noch von Rune Mields geplant wurde. „Diese Doppelausstellung wird nun in Form einer Retrospektive ihr Œuvre würdigen.“

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