Bei Hitze
Rote Flecken an den Beinen – was dahintersteckt
Aktualisiert am 19.05.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 4 Min.
Bilden sich bei Hitze rote Flecken an den Beinen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Wie sich die Hauterscheinungen äußern und was hilft.
Kommt es im Sommer zu hohen Temperaturen, kann sich der Körper bis zu einem gewissen Maß daran anpassen. Länger anhaltende Hitzephasen überlasten den Organismus jedoch mitunter. Das kann in manchen Fällen auch zu Hautveränderungen führen.
Bilden sich im Sommer rote Flecken an den Beinen, kann es verschiedene Erklärungen dafür geben. Hier stellen wir Ihnen zwei mögliche Ursachen vor, die mit Hitze in Zusammenhang stehen.
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Rote Flecken an den Beinen durch Wanderkrätze
Bei der sogenannten Wanderkrätze bildet sich vor allem an den Unterschenkeln bis hin zu den Knöcheln ein Ausschlag aus roten, punktähnlichen Hautverfärbungen, die teils flächig ineinander übergehen können. Der Bereich des Sockenbündchens bleibt dabei meist ausgespart. Symptome wie Schmerzen, Brennen oder Juckreiz gehen eher selten damit einher. Nur in seltenen Fällen tauchen die roten Flecken auch an den Oberschenkeln auf.
Diese Art von roten Flecken entwickelt sich typischerweise bei körperlicher Anstrengung in Kombination mit Hitze an den Beinen, etwa nach einer ausgedehnten Wanderung oder einem langen Lauftraining an einem heißen Sommertag.
Wanderkrätze: Rote Flecken Folge von Hauteinblutungen
Die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe zeigt bei Menschen mit Wanderkrätze eine spezielle Form der Blutgefäßentzündung: eine leukozytoklastische Vaskulitis. Diese führt dazu, dass es an heißen Tagen bei körperlicher Anstrengung in den Beinen zu Hauteinblutungen aus feinsten Blutgefäßen (den Kapillaren) kommt.
Was genau diese Art der roten Flecken an den Beinen verursacht, ist bislang nicht abschließend geklärt. Fachleute vermuten, dass es zu den Hauteinblutungen kommt, wenn mit der Temperaturregulation der feinen Venen (Venolen) in der Haut etwas nicht stimmt und gleichzeitig die Muskelpumpe in den Waden nicht richtig funktioniert. Eine chronische Venenschwäche oder Gerinnungsstörung hat mit dieser Art des Hautausschlags hingegen für gewöhnlich nichts zu tun.
Was bei Wanderkrätze hilft
Eine Wanderkrätze ist in der Regel harmlos und verschwindet meist nach zwei bis drei Tagen von selbst, in manchen Fällen dauert es auch bis zu zehn Tage. Eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig. Treten die roten Flecken an den Beinen akut auf, kann es jedoch helfen, die Beine hochzulegen. Auch die Beine kühl abzuduschen, kann sich positiv auswirken.
Kommt es immer wieder zu einer Wanderkrätze, hilft es unter Umständen, bei heißem Wetter und bevorstehender Anstrengung Kompressionsstrümpfe (Klasse 1) zu tragen.
Gut zu wissen
Die sogenannte Wanderkrätze ist unter vielen Namen bekannt. Andere Bezeichnungen sind etwa Purpura d’effort, belastungsinduzierte Purpura, Pilgerkrätze sowie Sport-, Bergsteiger- oder Golfer-Purpura. Im englischsprachigen Raum ist die Erkrankung als Runner’s purpura oder Exercise-induced vasculitis bekannt.











