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Home » Riesen-Insekt breitet sich rasant aus
Deutschland

Riesen-Insekt breitet sich rasant aus

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 25, 2026
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Sichtungen verdreißigfacht

Gottesanbeterin breitet sich in Köln und Nordrhein-Westfalen rasant aus


Aktualisiert am 25.08.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Eine Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) sitzt auf einem Blatt: In Köln wurden in wenigen Wochen mehr als 120 Tiere entdeckt. (Quelle: IMAGO/STAR-MEDIA / Michael Schöne/imago)

Die Gottesanbeterin galt im Westen Deutschlands jahrelang als Exotin. Mittlerweile explodiert die Zahl der Sichtungen. Experten klären auf.

Die Zahl der Gottesanbeterinnen in Köln und Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen. Laut Angaben der Beobachtungsdatenbank „Naturgucker“ des NABU wurden alleine im Kölner Stadtgebiet seit Anfang Juli mehr als 120 Sichtungen des Insekts gemeldet – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

In ganz Nordrhein-Westfalen wurden bislang im Jahr 242 Meldungen bestätigt – ein Jahr zuvor waren es gerade einmal acht. Die Zahl hat sich also etwa verdreißigfacht. Wichtig ist, zwischen Meldungen und bestätigten Sichtungen zu unterscheiden. So bedeuten 120 Meldungen in Köln nicht automatisch, dass es sich dabei auch um eine Gottesanbeterin handelt.

Die Meldungen im Kölner Stadtgebiet beschränken sich dabei längst nicht auf einzelne Hotspots. Tiere wurden unter anderem auch in Rodenkirchen, Ossendorf und Bickendorf, Porz, Widdersdorf und Köln-Nord registriert.

Gottesanbeterin: Exotisches Insekt breitet sich in Köln und NRW rasant aus

Dass sich die Sichtungen in Köln derzeit häufen, passt zu einer bundesweiten Entwicklung. Allein in der letzten Juliwoche gingen beim NABU mehr als 2.000 Beobachtungen ein – ein Mehrfaches der Vorjahre und ungewöhnlich früh in der Saison.

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Normalerweise fallen ausgewachsene Gottesanbeterinnen vor allem ab Mitte August stärker auf. In diesem Jahr hat die Hitze ihre Entwicklung laut NABU jedoch um zwei bis drei Wochen beschleunigt. Immer mehr ausgewachsene Tiere sind deshalb bereits jetzt auf der Suche nach Nahrung und Paarungspartnern unterwegs – und gelangen dabei auch in Gärten, an Häuser oder durch offene Fenster in Wohnungen.

Günstige Bedingungen: Gottesanbeterin erobert Westen Deutschlands

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Gottesanbeterin in Deutschland als Exotin und kam vor allem am Kaiserstuhl im Südwesten vor. Inzwischen hat sie ihr Verbreitungsgebiet deutlich ausgedehnt. Der NABU sieht den Klimawandel als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung.

imago images 0842158264Vergrößern des Bildes
Eine Gottesanbeterin beim Fressen. (Quelle: IMAGO/Stefan Rotter/imago)

Heute gibt es ein großes westliches Verbreitungsgebiet entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse. In Nordrhein-Westfalen gehören inzwischen das Rheinland sowie der Süden und die Mitte des Ruhrgebiets dazu. Köln liegt damit mitten in einem Gebiet, in dem sich die Art mittlerweile etabliert hat.

Besonders stark ist der Meldeboom derzeit in dieser Westpopulation. Bei Durchschnittstemperaturen von mindestens 17 Grad entwickeln sich Eier und Larven schneller. Genau solche Bedingungen gab es laut NABU im Frühjahr 2026 in vielen betroffenen Regionen. Neben Köln sind auch Bereiche in Richtung belgischer Grenze, sowie die Städteregion Aachen stark betroffen.

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