Besitzerwechsel im Hamburger Hafen
Rüstungskonzern darf Blohm+Voss übernehmen
18.02.2026 – 20:00 UhrLesedauer: 1 Min.
Die EU-Kommission hat Rheinmetall grünes Licht für den Kauf der Militärsparte NVL gegeben. Der Düsseldorfer Konzern erschließt sich damit ein komplett neues Geschäftsfeld im Marinebereich.
Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall hat die Genehmigung erhalten, die Militärsparte NVL der Bremer Werftengruppe Lürssen zu kaufen. Die EU-Kommission hat der Übernahme zugestimmt, zu der auch die Blohm+Voss-Werft im Hamburger Hafen gehört.
„Die Transaktion betrifft in erster Linie den Bau von Überwasserschiffen und damit verbundene Dienstleistungen im Verteidigungssektor“, teilten die Wettbewerbshüter der Europäischen Union mit. Nach ihrer Prüfung äußerten sie keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken angesichts begrenzter Auswirkungen auf die Marktstruktur.
Rheinmetall hatte sich bereits im September mit Lürssen auf den Kauf geeinigt. Mit der Übernahme will sich der Konzern breiter aufstellen und den Marine-Schiffbau als zusätzliches Geschäftsfeld erschließen. Bisher baut Rheinmetall keine eigenen Schiffe. Der Konzern macht aber Geschäfte mit der Marine, etwa mit Schiffsgeschützen und Lasermodulen.
Die Parteien vereinbarten Stillschweigen über den Kaufpreis. Die private Werftengruppe Lürssen ist seit Oktober 2021 zweigeteilt in die Marinesparte Naval Vessels Lürssen (NVL) und in eine Jachtsparte.
NVL ist auf die Konstruktion und Fertigung von Marine- und Behördenschiffen für die Deutsche Marine und Kunden weltweit spezialisiert. In Deutschland gehören zu NVL vier Werften: die Peene-Werft in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern), Teile von Blohm+Voss und die Norderwerft in Hamburg sowie die Neue Jadewerft in Wilhelmshaven. Hinzu kommen Standorte in Bulgarien, Kroatien, Ägypten und Brunei.










