Nach Chat mit Sohn

Remmo über Koçak: „Natürlich kennt er mich“

Aktualisiert am 09.10.2026 – 14:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Ferat Koçak (Archivbild): Der Linken-Politiker zog sich nach Kritik aus dem Innenausschuss des Bundestages zurück. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Ein Chat des Linken-Bundestagsmitglieds Ferat Koçak mit einem Berliner Clan-Mitglied sorgte für Wirbel. Nun spricht Issa Remmo über den Politiker. Ein Ex-Linker äußert einen Verdacht.

Der Jubel der Linkspartei über den Wahlsieg bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin war schnell getrübt. Screenshots von Chatnachrichten zwischen dem Linken-Abgeordneten Ferat Koçak und Firas Remmo machten im Netz die Runde. Die Großfamilie Remmo ist wegen etlicher Kriminalfälle in den Schlagzeilen. Zwischenzeitlich drohte unter anderem wegen des daraus resultierenden Eklats die Sondierung von Rot-Rot-Grün in Berlin zu scheitern. Koçak gab seine Mitgliedschaft im Innenausschuss des Bundestages auf.

Nun äußerte sich Firas Remmos Vater über die Verbindung zu dem Linken-Politiker aus Neukölln. Der Berliner Zeitung „Die Welt“ sagte Issa Remmo: „Die haben Ferat auseinandergenommen, was soll er machen?“ Und weiter: „Natürlich kennt er mich. Er ist ein seriöser Mensch und sehr höflich.“

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Der Berliner Koçak gehört seit dem vergangenen Jahr dem Bundestag an. Zuvor war er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Er gab an, über eine Hilfsaktion in Kontakt zu Issa Remmo gekommen zu sein. Dem Wochenblatt „Die Zeit“ hatte Koçak seinen Chatverlauf mit Firas Remmo offengelegt. Der Remmo-Sohn hatte ihm unter anderem geschrieben: „Bruder, egal was du brauchst, egal was ich für dich tun kann, lass mich wissen.“

BSW-Politiker spricht von „Mafia-Signatur“

Issa Remmo hatte am Abend des 20. September die Wahlparty der Linken besucht. Er wurde erkannt und gebeten, die Feier zu verlassen. Später sagte er „Spiegel“-Reportern, er habe dort nur „ein hübsches Mädchen klarmachen“ wollen.

Unklar bleibt dennoch, warum die Familie öffentlich die Nähe zum Linken-Abgeordneten Koçak suchte. Der frühere Linken-Politiker und jetzige Co-Chef des BSW Fabio De Masi sprach in der „Süddeutschen Zeitung“ von einer „Mafia-Signatur“ und erläuterte: „Man bringt in Verlegenheit und fordert Dankbarkeit ein.“

Der BSW-Europaabgeordnete Fabio De Masi will Mafia-Methoden erkennen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Die Linke hatte die Wahl in Berlin klar gewonnen. Neben Koçaks Kontakten geriet die Partei wegen antisemitischer Tendenzen in den Fokus. Zudem löste das Vorhaben, große Wohnungsbaukonzerne zu vergesellschaften, Kritik aus. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder drohte gar mit einem Stopp der Mittel aus dem Länderfinanzausgleich.

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