„Angst vor der Dunkelheit“

Reinhard Mey spricht über den Tod


24.09.2026 – 15:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Reinhard Mey: Der Sänger verlor 2014 seinen Sohn. (Quelle: IMAGO / Photopress Müller)

Der Liedermacher hat sich bereits Gedanken über das Ende seines Lebens gemacht. Der Blick darauf macht Reinhard Mey Angst, doch manche Vorstellungen trösten ihn.

Mit seinen Liedern hat Reinhard Mey Geschichte geschrieben. Zuletzt war es jedoch ruhig um den Musiker geworden, auf der Bühne steht er nicht mehr. Dafür hat er nun jedoch ein neues Album mit dem Titel „Schatzhauser“ aufgenommen. Im Zuge dessen sprach er mit der „FAZ“ über seine Gesundheit – und auch über den Tod.

Sein jüngstes Album soll kein Abschied sein, obwohl es stellenweise danach klingt. „Ich wollte es nur schon mal gesagt haben, für den Fall, dass der Abschied kommt, dass nichts mehr übrig ist und nichts ungesagt ist“, erklärte Mey dazu.

Dennoch schreibe er weiter Lieder. Dazu fühle er sich problemlos in der Lage. „Ich mache weiter, ich lebe, ich habe einen super Blutdruck von 135 zu 80, und ich laufe acht Kilometer. Ich sehe gut, ich höre gut, ich schmecke noch einigermaßen gut. Wein vertrage ich auch, alles wunderbar.“

Reinhard Mey erlebte „abgrundtiefen Schmerz“

Über den Tod hat er sich dennoch schon Gedanken gemacht, das wird auch in seinen neuen Liedern deutlich. „Die kindliche Angst vor der Dunkelheit, die kindliche Angst vor der Nacht, die verlässt einen auch im neunten Lebensjahrzehnt nicht. Es wird sogar etwas stärker“, so der 83-Jährige.

Das Leben habe ihn beschenkt, „auch mit abgrundtiefem Schmerz“. Damit spricht der Musiker vermutlich über den Tod seines Sohnes Maximilian. Er starb im Mai 2014 im Alter von 32 Jahren nach einer verschleppten Lungenentzündung.

Über seinen Glauben sagte Mey: „Ich bin bekennender Agnostiker, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht.“ Trost findet er dennoch in manchen Vorstellungen. „Ich sehe meine Eltern wieder, ich sehe meinen Sohn wieder. Ich sehe auch meinen Deutschlehrer, der mich hat sitzenbleiben lassen, und kann nun endlich sagen, hier bitte, ich habe ein eigenes Reclam-Heft! Kindliche Vorstellungen, aber sie können mich wärmen.“

Auch wo er seine letzte Ruhe finden wird, hat Mey schon geplant. „Unter einem Baum, wo schon mein Sohn liegt. Da ist noch Platz für den Rest der Familie. Es ist eine tröstliche Vorstellung.“ Ihm sei bewusst, dass in den Gräbern lediglich Asche liegen wird, aber „man braucht solche Sachen, um sich daran festzuhalten. Und es kann nicht schaden.“

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