Fischer verzweifeln

Vor beliebter Urlaubsstadt: Hafen von „Quallen-Teppich“ bedeckt


30.04.2026 – 11:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Lagunenqualle (Symbolbild): Zahlreiche Exempolare des Nesseltiers haben den Hafen von Triest heimgesucht. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Erich Teister etfoto/imago)

Seit Wochen sammeln sich Tausende von Quallen in dem Hafen von Triest. Für Urlauber gibt eine Biologin Entwarnung.

Von dem Piazza Unitá bis zur Sacchetta: Die italienische Stadt Triest wird seit mehreren Wochen von einer Quallenplage heimgesucht. Wie der italienische TV-Sender Rai unter Berufung auf lokale Fischer berichtet, soll es in der Bucht bis zu einer Tiefe von 20 Metern von Quallen wimmeln. Der „Quallen-Teppich“ hat sich jetzt soi weit verdichtet, dass Fischer seit einer Woche nicht mehr aufs Wasser fahren können.

Der Regionaldirektor des italienischen Genossenschaft-Verbandes AGCI, Guido Doz, erklärte Rai: „80 Fischerboote zwischen Muggia und Grado können nicht mehr ausfahren.“ Vor allem Schleppnetze könnten aktuell nicht genutzt werden – zu groß wäre die Gefahr, dass sie mit Quallen volllaufen und die Netze schließlich reißen.

Das Phänomen ist laut Rai nicht ungewöhnlich, die neue Häufigkeit sei aber bedenklich. Valentina Tirelli, eine Forscherin vom Geophysikalisches Institut Triest, erklärte: „Das Problem ist die Häufigkeit dieser Quallenexplosionen.“ Sie fügt hinzu: „Während sie früher alle zehn bis fünfzehn Jahre auftraten, passiert das jetzt alle drei bis fünf Jahre.“

Wie der italienische Sender erklärt, ist der Bora-Wind für das Phänomen verantwortlich. Durch den Wind wird das Wasser aufgewühlt und die Nesseltiere werden in die Bucht getrieben. Zudem wird die Quallen-Vermehrung auch durch die steigenden Wassertemperaturen begünstigt. Durch die Überfischung seien außerdem die natürlichen Fressfeinde der Quallen dezimiert.

Mit Auswirkungen auf die kommende Urlaubssaison ist laut Tirelli aber nicht zu rechnen. Die Quallenpopulation werde sich in der kommenden Zeit zurückentwickeln.

Für die Menschen soll der Kontakt zu den Quallen ungefährlich sein. Wie das Nachrichtenportal „Südtirol News“ unter Berufung auf Experten schreibt, handelt es sich bei den Tieren um Lagunenquallen. Bei sensibler Haut können die Nesseltiere höchstens leichte Irritationen auslösen.

Triest liegt im Norden Italiens, direkt an der Adriaküste. In der Hafenstadt leben etwa 200.000 Menschen. Die Stadt zählt als beliebtes Reiseziel, in ihr mischen sich italienische, mitteleuropäische und slowenische Einflüsse.

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